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Sterbehilfe: In Würde sterben

Zwischen 1998 und Dezember 2006 sind 378 Deutsche in Zürich gestorben. Freiwillig, weil es dort geht, weil dort die Sterbehilfe erlaubt ist. Im neuen stern fragen zwölf Todkranke: Warum in Deutschland nicht?

Von Oliver Link

Allein in diesem Jahr sind 103 todkranke Deutsche zu einer letzten Reise in die Schweiz aufgebrochen. Ihr Ziel war Zürich, Gertrudstraße 84, vierter Stock. Eine kleine, karge Wohnung eineinhalb Zimmer, die Sterbewohnung von Dignitas, einer Schweizer Sterbehilfeorganisation.

Sie legen sich auf ein Bett, trinken ein Glas Wasser, darin aufgelöst ein weißes Pulver. 15 Gramm Pentobarbital-Natrium, ein hochwirksames Mittel, das den sicheren Tod bringt. Nach wenigen Minuten schlafen sie ein, und dann gehen sie. Die meisten gehen mit dem Gefühl, etwas Verbotenes zu tun, sie schämen sich. Viele haben fehlgeschlagene Suizidversuche hinter sich. Sie nehmen die anstrengende Reise in die Schweiz auf sich, weil man ihnen in Deutschland diesen Weg verbietet.

In Deutschland liegt Sterbehilfe in einer rechtlichen Grauzone. Sie ist gesetzlich nicht ausdrücklich geregelt. Und obwohl auch in Deutschland die Beihilfe zum Suizid eigentlich straflos ist, muss der Helfer fürchten, wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt und verurteilt zu werden. Darüber hinaus ist es faktisch unmöglich, ein Mittel zu beschaffen, das einen schmerzfreien und würdevollen Tod herbeiführt.

Aus diesem Grund sind viele Deutsche Mitglied der Schweizer Sterbehilfeorganisation Dignitas geworden. Dort müssen die Menschen, die sie auf ihrem letzten Weg begleiten, keine Strafverfolgung fürchten und das Mittel wird gegen ein von einem Arzt ausgestellten Rezept in der Apotheke ausgehändigt. Von den mehr als 6200 Mitgliedern von Dignitas sind 2685 Deutsche. Diese Menschen fürchten einen Tod ohne Würde, fürchten sich, ausgeliefert zu sein und nicht mehr über sich bestimmen zu können.

Die einzige Möglichkeit für Deutsche, im Ausland einen begleiteten Suizid zu begehen, ist die Schweiz. Zwar hat Holland als erstes europäisches Land am 1. April 2002 ein Sterbehilfegesetz eingeführt, das sogar über das Schweizer Freitodmodell hinausgeht, doch Deutschen ist dieser Weg versperrt. Er gilt nur für Holländer, Deutsche finden nur Hilfe in der Schweiz.

Auch dort ist diese Praxis nicht unumstritten, es wird von Sterbetourismus geredet und viele wollen, dass nur noch Schweizer die Dienste von Dignitas in Anspruch nehmen dürfen. Seit Gründung von Dignitas im Jahre 1998 sind 378 Deutsche in Zürich gestorben. Im November 2005 hat Dignitas eine deutsche Niederlassung in Hannover eröffnet. Dort haben sich in einem Jahr 934 Deutsche bei Dignitas angemeldet. Zwölf Deutsche haben sich nach langem Nachdenken dazu entschlossen, im stern ihre Geschichte zu erzählen, sich zu zeigen, ihren Namen offen zu nennen. Sie wollen, dass über Sterbehilfe offen geredet wird. Es sind bewegende Geschichten über Leben und Tod über Krankheit und Angst vor einem Sterben ohne Würde.

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Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.