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stern.de-Umfrage: Was aus Limburgs Bischofssitz werden soll

Geschieht kein Wunder, muss Bischof Tebartz-van Elst seinen luxuriösen Bischofssitz räumen. Und dann? Wer darf sich künftig in die freistehende Starck-Wanne legen? Die Vorschläge unserer User.

Selten hat ein Kirchenskandal derartige Empörung ausgelöst. Franz-Peter Tebartz-van Elst, Bischof in Limburg, hat sich einen Amtssitz bauen lassen, der feudaler nicht sein könnte. Das Gebäudeensemble umfasst eine Privatkapelle (2,9 Millionen Euro), eine Wohnung mit hintergrundbeleuchteten Bücherregalen und freistehender Philipp-Starck-Badewanne (3 Millionen Euro), ein Atrium mit Säulengang (2,3 Millionen Euro) sowie einen neu angelegten Privatpark (783.000 Euro). Insgesamt werden die Kosten des Anwesens auf 30 bis 40 Millionen Euro geschätzt.

Pech für den Bischof: Kaum ist der Bau fertig, muss er vermutlich seinen Posten abgeben. Derzeit ist Tebartz-van Elst in Rom, um sich mit seinen Glaubensbrüdern zu besprechen. Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, ist zum Vatikanstaat gereist. Zollitsch trifft am Donnerstag Papst Franziskus. Sollte Tebartz-van Elst bis dahin nicht freiwillig zurückgetreten sein, wird er vermutlich unfreiwillig gehen müssen. Zurück lässt er diesen, nun ja: Prunkbau in Limburg.

Und was soll damit geschehen? stern.de fragte seine Leser auf Facebook und Twitter. Die Antworten spiegeln nicht nur Empörung - sondern zum Teil auch nackte Wut.

Zu den Top-Antworten auf Facebook zählte der Vorschlag, den Bischofssitz in ein Asylbewerberheim umzuwandeln. Das entspräche immerhin der Linie von Papst Franziskus, der Demut, Bescheidenheit und Barmherzigkeit predigt - und auch so lebt. Nicht ganz so ernst dürfte das Ansinnen gemeint sein, einen Swingerclub zu installieren. Mutmaßlich hat die freistehende Badewanne die Fantasie inspiriert (angeblich ist sie beidseitig mit Nackenrollen ausgestattet). Ein anderer Leser meinte, die Gebäude sollten als eine Art Mahnmal genutzt werden: "Führungen machen und so Einblick gewähren in Auswüchse derjenigen, die Wasser predigen und Champagner trinken. Dann würden vielleicht für die Zukunft solche Vorgänge verhindert. Es ist genau solche Dekadenz - nicht nur in der Kirche -, die die Armut auf der Welt verursacht, Kriege, Hunger, Gewalt und Flüchtlingsströme. Jeder, der zu viel für sich beansprucht, der stiehlt es einem anderen."

Ein Leser glaubt, den künftigen Besitzer des Bischofssitzes schon zu kennen: "Jetzt, wo er wieder bei RTL im Geschäft ist, wird sich

Thomas Gottschalk

das Häuschen wohl kaufen", schrieb er auf Facebook. Ein weiterer Vorschlag würde Tebartz-van Elst die Rückkehr erlauben, er müsste sich das Anwesen dann jedoch teilen - weil es nämlich

"ein Heim für gefallene Bischöfe"

werden würde. Interessant auch die Variante, wonach die Gebäude künftig die Psychologie der Mediengesellschaft lehren sollten. Die Anregung des Lesers: "

Ein Sündenbock-Museum

, wo der vernetzte Bürger lernen kann, dass eine Organisation mit Millionen gutmeinender und hilfsbereiter Mitglieder in Schutt und Asche gemobbt wird, wenn auch nur EINER von ihnen sich falsch und rücksichtslos verhält." Sehr häufig wurde der Wunsch auf Facebook genannt, den ganzen Luxus Bedürftigen, Alten, Kranken und Flüchtlingen zukommen zu lassen. Auch ein

Stundentenwohnheim

steht auf der Liste.

Auf Twitter schrieb uns Frank Zimmer: "Bei der Anschlussverwendung des Limburger Bischofssitzes kann man von Bayern lernen: Kini-Schlösser längst profitabel." Gleiches schwebt auch User @sonderstellung vor: "Das wird Neu-Schwanstein II (für die Japaner bestimmt interessant) :)". Für die Kirche wird der Bau so oder so ein ernstes Problem bleiben: Dieses Symbol der Verschwendungssucht lässt sich nicht so einfach wieder aus der Welt schaffen. Es sei denn, das Bistum krönt den Wahnwitz mit einer weiteren Investition - dem Abriss.

lk