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Streit um "Bierkönig"-Nachlass: Witwe von Bruno Schubert wird Alleinerbin

Im Streit um das Erbe des als Frankfurter "Bierkönig" bekannten Bruno Schubert hat dessen zweite Ehefrau vor Gericht einen Erfolg errungen. Seine Stiftung ging leer aus. Wie hoch das Erbe ist, bleibt unbekannt.

Die junge Witwe des Frankfurter "Bierbarons" Bruno Schubert ist alleinige Erbin ihres Mannes. Dies entschied das Landgericht Frankfurt in einem am Donnerstag verkündeten Urteil. Die 28 Jahre alte Meharit Schubert hatte gegen die von Schubert einst gegründete Umweltstiftung geklagt. Die Stiftung war ursprünglich als Erbin eingesetzt worden - viele Jahre, bevor der ehemalige Besitzer der Henninger Brauerei seine zweite Frau heiratete. Im Oktober vergangenen Jahres war er im Alter von 90 Jahren gestorben.

Schubert hatte laut Gericht mit seiner ersten Frau im Jahr 2002 einen Erbvertrag geschlossen, in dem die Stiftung als Alleinerbin eingesetzt wurde. Nach dem Tod seiner Frau habe er im Jahr 2010 in einem Testament seine zweite Ehefrau unter der Bedingung als Alleinerbin eingesetzt, dass diese ihn bis zu seinem Tod pflege. Diese Bedingung sei erfüllt worden, zeigte sich das Gericht überzeugt.

Hinweise auf eine mögliche Erbunwürdigkeit der Witwe bezeichnete die Richterin als "bloße Spekulation". Mit dem Hinweis auf ein laufendes Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wegen angeblicher Ungereimtheiten beim Tod Schuberts hatte die Stiftung beantragt, das Verfahren auszusetzen. Das Gericht wies diesen Antrag zurück. Die Staatsanwaltschaft hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, die Schubert-Witwe gilt aber darin ausdrücklich nicht als Beschuldigte.

Angaben zum Umfang des noch vorhandenen Erbes wurden nicht gemacht. Diese Frage war nicht Gegenstand des Verfahrens. Nach Mitteilung des Gerichts beläuft sich der Streitwert auf eine Summe "im unteren sechsstelligen Bereich". Schubert hatte die Henninger-Brauerei 1979 verkauft und war seither Privatmann. Er engagierte sich vor allem für den Umweltschutz und war bekannt für seinen aufwendigen Lebensstil und Großzügigkeit.

Die Auseinandersetzung um das Erbe könnte jedoch noch weitergehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig und kann mit einer Berufung zum Oberlandesgericht angefochten werden.

kgi/AFP/DPA / DPA
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