Streit um Steuern Münte spürt die Becker-Faust


Kritik von Westerwelle, Lafontaine und Co. ist die Bundesregierung mittlerweile gewöhnt. Doch nun hat Tennisstar Boris Becker zu einem harten Volley gegen Arbeitsminister Müntefering ausgeholt.

Als ob Merkel und Müntefering nicht schon genug schnell vorgetragene Angriffe auf ihre Politik abwehren müssen. Bislang hat es das Doppel jedoch verstanden, sich der verbalen Passierschläge zu erwehren. Doch nun steht auf der anderen Seite des Netzes ein leibhaftiger Wimbledon-Profi. Denn Boris Becker hat die Politik der Bundesregierung scharf kritisiert. Der 39-jährige frühere Tennisstar sagte in einem Interview der Zeitschrift "Cicero": "Wenn wir eine deutsche Regierung hätten, die mit den Steuergeldern Sinnvolles tun würde, als die jetzige es tut, könnten wir uns noch mal an einen Tisch setzen. Aber das ist eben nicht der Fall."

Er reagiert damit auf einen Vorwurf von Arbeitsminister Franz Müntefering, dass es unpatriotisch sei, als Reicher in die Schweiz zu gehen. Auf die Frage, was er Müntefering entgegnen würde, sagte Becker: "Ich würde ihm eine Gegenfrage stellen: Wer zahlt sein Gehalt? Unter anderen auch ich!" Weiter sagte er in dem Interview: "Wenn solch ein Politiker jemals ein Unternehmen geleitet hätte und Mitarbeiter hätte bezahlen müssen, würde er so einen Satz niemals sagen. Ein Wirtschaftskapitän kann mit seinen Milliarden freiwillig viel mehr Gutes tun als ein Staatsoberhaupt."

Becker hat alle Parteien gleich lieb

Becker ist nach eigenen Worten parteipolitisch nicht festgelegt. Es gebe sowohl in der CDU als auch in der SPD Themen, die ihn ansprechen würden. Aber deshalb müsse er nicht alles gut finden, sagte Becker. Das Gleiche gelte auch für die FDP und für die Grünen.

Becker sagte, er sei immer ein Bewunderer von US-Präsident Bill Clinton gewesen. "Aber generell habe ich weniger Interesse an Politikern." Denn diese würden nur auf Zeit gewählt. "Was mich viel mehr interessiert, sind Menschen, die über Jahrzehnte Tausende von Menschen bewegt haben", sagte Boris Becker. "Ich finde es sagenhaft, dass ein Warren Buffett einen Großteil seines Vermögens spendet, wir reden hier von gut 30 Milliarden Dollar."

mta/AP AP

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