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Studie: Deutsche Studenten immer unpolitischer

Deutschlands Studierende sind laut eines Surveys sehr unpolitisch: Nur knapp ein Drittel hat ein "sehr starkes" Interesse an Politik. Wichtiger sind eine gute Ausbildung und ein sicherer Arbeitsplatz.

Studierende wollen eine gute Ausbildung und einen sicheren Arbeitsplatz - Politik ist eher nicht von Interesse

Studierende wollen eine gute Ausbildung und einen sicheren Arbeitsplatz - Politik ist eher nicht von Interesse

Sie hoffen auf eine gute Ausbildung, einen sicheren Arbeitsplatz und irgendwann einmal ein gutes Gehalt - doch Politik kümmert nur noch wenige: Nur knapp über ein Drittel der Studierenden in Deutschland stuft das eigene Interesse an Politik als "sehr stark" ein, wie aus dem Studierenden-Survey hervorgeht. Das ist der tiefste Stand seit 1993. Damals hatten in der umfassenden Umfrage der Universität Konstanz noch 46 Prozent der Studierenden ein sehr starkes Interesse an Politik bekundet.

Einen Tiefstand verzeichnete die Studie auch bei der Frage, wie relevant Studenten das Geschehen in der Politik und im öffentlichen Leben einschätzen: 2013 befanden erstmals mehr Befragte (29 Prozent) diese Bereiche als unwichtig. Für sehr wichtig halten sie nur 24 Prozent.

Politische Freiheit nutzen

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, deren Ministerium die Erhebung fördert, zeigte sich besorgt. "Dieser Befund ist bedauerlich", erklärte sie bei der Vorstellung der Umfrage in Berlin. "Gerade zum 25. Jahrestag des Mauerfalls möchte ich eindringlich an die junge Generation appellieren, die politische Freiheit in unserem Land zu nutzen und gerade auch für die Belange von Studierenden aktiv zu werden."

Als mögliche Gründe für die Entwicklung nennt die Studie "die zunehmende Komplexität" von Politik, deren Undurchschaubarkeit für Desinteresse sorge. Sie verweist auch "auf einen allgemeinen Trend zur politischen Passivität und Apathie", die sich auch bei Studenten ausbreite. In den verschulteren Studiengängen mit strengeren Prüfungsbedingungen seien die Studenten zudem mehr eingespannt, so dass weniger Zeit für andere Interessen bleibe.

Von ihrem Studium erwarten die Befragten nicht nur gute fachliche Ausbildung, sondern erhoffen sich aus der akademischen Qualifizierung auch einen sicheren, interessanten Arbeitsplatz mit Aussichten auf ein gutes Gehalt. Was die Organisation des Studiums angeht, wünschen sich 41 Prozent der Universitäts- und 20 Prozent der Fachhochschulstudenten einen stärkeren Praxisbezug.

Studiengänge positiv beurteilt

Insgesamt ist eine Mehrheit trotz vielerorts überfüllter Hörsäle und einer schwierigen Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse zufrieden: So beurteilten etwa 67 Prozent der Befragten Aufbau und Struktur ihres Studiengangs positiv. 2001, kurz nach Beginn der sogenannten Bologna-Reform, waren dies nur 54 Prozent. Auch die Lehrveranstaltungen wurden in der Erhebung von 65 Prozent der Studierenden positiv bewertet, 2001 lag dieser Wert bei 46 Prozent. 73 Prozent der Befragten gaben an, gerne zu studieren.

Der Studierenden-Survey wird seit Anfang der 1980er Jahre erhoben. Studierende werden etwa alle drei Jahre zu einem breiten Themenspektrum wie Fächerwahl, Motivation, Studienbedingungen und Arbeitsmarktaussichten befragt. Die Erhebung gebe wichtige Hinweise darauf, "in welchen Bereichen die Hochschulen noch differenzierter nachsteuern müssen, etwa durch mehr Praxiselemente in den Studiengängen", erklärte Wanka. Mit dem Rücklauf für den aktuellen 12. Survey waren die Autoren allerdings nicht zufrieden: Von insgesamt 28.000 angeschriebenen Studenten waren nur knapp 5000 Fragebogen verwertbar.

yps/AFP / AFP
Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?