HOME

Pegida-Frontfrau: Tatjana Festerling beleidigt "Zeit"-Chef di Lorenzo aufs Übelste

In einer Rede in Dresden hat "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo berichtet, wie er von der Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling beleidigt worden ist. Er ging aber auch kritisch mit seinem Berufsstand ins Gericht.

Giovanni di Lorenzo vor zwei Jahre in Frankfurt

"Die ganz, ganz große Mehrheit der Deutschen wendet sich bei solchem Gerede angewidert ab": Giovanni di Lorenzo

Der Vorwurf der "Lügenpresse" hallt durch die Republik. Beleidigungen und Verschwörungstheorien gehören zum guten Ton unter Pegida-Anhängern und den Rechtspopulisten der AfD. Soziale Medien wie Facebook und Twitter verstärken den Sound aus Hass und Hetze enorm, ohne sie wäre er vielleicht gar nicht möglich. Aus diesem Anlass hat einer der renommiertesten Journalisten des Landes am Sonntag eine Rede zum Thema gehalten, und zwar an dem Ort, wo der Sound besonders deutlich zu vernehmen ist: in Dresden. Dort ging der Chefredakteur des Wochenmagazins "Die Zeit"Giovanni di Lorenzo, vor 800 Zuhörern im Schauspielhaus selbstkritisch mit seiner Branche ins Gericht. Und er erzählte von einer wüsten Beleidigung durch Pegida-Aktivistin Tatjana Festerling, die entlarvender nicht sein könnte.

Wie das Fachmagazin "meedia" berichtet, hatten Redakteure der "Zeit" dem Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke, der dem rechtsradikalen Flügel angehört, detaillierte Fragen geschickt. Höcke teilte den Fragebogen auf Facebook und schrieb dazu unter anderem, dass die "Zeit" ein "pseudointellektuelles Hetzblatt" sei. Diesen Post kommentierte wiederum Festerling mit dem italienischen Spruch an Di Lorenzo gerichtet: "Che stronzo sei, vaffanculo!“ Auf Deutsch: "Was für ein Stück Scheiße du bist, leck mich am Arsch!"

Pegida- und AfD-Hetzer entlarven sich selbst

Di Lorenzo deutete die Beleidigung als entlarvendes Statement: "Unter Meinungsfreiheit verstehen sie in Wirklichkeit die uneingeschränkte Lizenz, andere Menschen zu beleidigen, zu diffamieren, an den Pranger zu stellen", sagte er laut "Sächsischer Zeitung". Der Journalist betonte, dass er sich von solcher Hetze nicht das Vertrauen nehmen ließe: "Die ganz, ganz große Mehrheit der Deutschen wendet sich bei solchem Gerede angewidert ab und will mit diesen Leuten nichts zu tun haben - ganz gleich, wie drückend die Probleme werden," zitiert die Zeitung seine Worte.

Festerling ist bekannt für ihre vulgären Ausfälle. Der Deutsche Journalisten-Verband erstattete Anzeige, nachdem die Pegida-Fontfrau in einer Rede im Januar dazu aufgefordert hatte, mit "Mistgabeln" die "volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern (zu) prügeln."

Di Lorenzo geht mit Medien ins Gericht

Di Lorenzo ging in seiner Rede auch mit seiner Branche ins Gericht. Der Vorwurf der Lügenpresse müsse erstgenommen werden. "Leider gab es gerade in jüngster Vergangenheit Vorfälle, die Verschwörungstheorien schüren." Als Beispiel nannte er die Kölner Gewalt-Exzesse, über die sehr spät berichtet worden sei, dann aber "hervorragend und ausgewogen". Die Medien müssten sich über ihren Hochmut, die Skandalisierung, den Gleichklang und ihre Fehlerkultur kritische Gedanken machen.

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?