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Kein Schadensersatz: Tebartz-van Elst muss für Protzerei nicht geradestehen

Unfassbare 31 Millionen Euro hat sein ehemaliger Amtssitz in Limburg verschlungen. Wegen dieser Protzerei musste Franz-Peter Tebartz-van Elst sein Bischofsamt aufgeben. Aber das war's auch schon. Ein Schadensersatz-Verfahren wird es nicht geben.

Der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst mit Bart und Brille

Muss keinen Schadensersatz zahlen: Der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst

Das nennt man dann wohl kirchliche Barmherzigkeit: Der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst muss wegen der Kostenexplosion am neuen Bischofssitz keinen Schadenersatz leisten. Es werde kein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet, teilte das Bistum am Mittwoch mit.

Diese Entscheidung habe der Präfekt der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, Bistumsleiter Manfred Grothe bei einem Treffen in Rom mitgeteilt. "Die Kongregation für die Bischöfe hält im Einvernehmen mit dem Staatssekretariat des Vatikans die Prüfung von Schadenersatzleistungen sowie die Eröffnung eines entsprechenden kanonischen Verfahrens für nicht angebracht". Grothe weiter: "Nun ist die Entscheidung getroffen worden, die auch Klarheit über das weitere Vorgehen der Aufarbeitung gibt."

Immer noch kein Nachfolger

Die Residenz auf dem Domberg im Limburg war mit rund 31 Millionen Euro deutlich teurer geworden als geplant. Seit mehreren Monaten stand die Frage im Raum, ob Tebartz-van Elst wegen des kostspieligen Baus Wiedergutmachung zahlen muss. Das Bistum musste wegen des Bauprojekts 3,9 Millionen Euro abschreiben.

Noch offen ist, wann ein Nachfolger für den 2014 abberufenen Oberhirten kommt. Grothe hofft der Mitteilung zufolge, dass dieser bis Sommer 2016 gewählt sein wird.

dho / DPA