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Tebartz-van Elst beim Papst Skandal-Bischof fühlt sich "ermutigt"


Eine Woche warten für 20 Minuten Gespräch: Papst Franziskus hat Bischof Tebartz-van Elst empfangen. Die Audienz könnte den Rücktritt des Kirchenmanns beschleunigen. Er selbst aber ist "ermutigt".

Aussprache im Vatikan: Franziskus hat am Montag den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zu einer mit Spannung erwarteten Audienz empfangen. Einzelheiten des Gesprächs wurden zunächst nicht bekannt. "Über den Inhalt und den Verlauf des Gesprächs wurde mit dem Heiligen Vater Vertraulichkeit vereinbart", schrieb das Bistum Limburg in einer knappen Pressemitteilung. Offenbar aber sieht Tebartz-van Elst seine Lage optimistischer als vor dem Treffen. "Der Bischof ist dankbar für die sehr ermutigende Begegnung", teilte das Bistum mit.

Medienberichten zufolge soll der Termin etwa 20 Minuten gedauert haben, Tebartz-van Elst hatte gut eine Woche in Rom auf das Gespräch mit dem Papst über die Situation in Limburg gewartet. Er steht wegen der enormen Kosten für seine neue Bischofsresidenz massiv in der Kritik. Offen blieb vorerst eine Entscheidung über die Zukunft des Bischofs, denn Fälle von Amtsverzicht oder Ernennungen führte das Vatikan-Bulletin am Montag nicht auf.

Der Limburger Bischof steht vor allem wegen der hohen Baukosten für seine Bischofsresidenz sowie eine Falschaussage in der Kritik. Ob er wie von vielen Seiten gefordert dem Kirchenoberhaupt den Verzicht auf sein Amt angeboten hat, blieb auch nach dem Gespräch zunächst offen.

Vor dem Limburger Bischof hatte der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner eine Privataudienz bei Franziskus. Dieses Treffen in Rom war bereits vor Monaten vereinbart worden. Limburg gehört zur Kirchenprovinz Köln. Meisner, 79, galt bisher als Unterstützer des angeschlagenen Bischofs, könnte mit dem Papst jedoch vor allem auch sein im September eingereichtes Rücktrittsgesuch erörtert haben.

Rückkehr nach Limburg "schwierig"

"Eine Rückkehr in das Bistum Limburg wird sicher ganz schwierig", sagte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode nach der Audienz in Rom wartenden Journalisten. "Es ist natürlich inzwischen die ganze Situation so verfahren, dass etwas geschehen muss." Es gebe "bis in den Grund" wieder eine Vertrauenskrise, so Bode. Er sehe nicht, wie der Bischof seinen Dienst dort vernünftig ausüben können sollte.

Die Deutsche Bischofskonferenz wollte sich nicht zu der Audienz in Rom äußern. Ihr Vorsitzender Robert Zollitsch hatte mit dem Papst am vergangenen Donnerstag über die Limburger Affäre gesprochen. Er hofft wegen der negativen Folgen für die Kirche auf eine baldige Lösung.

Der seit langem wegen seiner Amtsführung und seines teuren Bischofssitzes kritisierte Tebartz-van Elst steht mittlerweile massiv unter Druck: Die Baukosten für die Residenz belaufen sich inzwischen auf mehr als 31 Millionen Euro, zudem hat die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung um einen Erste-Klasse-Flug nach Indien beantragt.

"Der Papst wird kein Schnellrichter sein"

Am Sonntag hatte Albert Schmid, Chef des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, eine Rückkehr des Bischofs nach Limburg "eher unwahrscheinlich" genannt. Schmid, ein Vertrauter von Tebartz-van Elst, nahm den Kirchenmann in der ARD-Sendung "Günter Jauch" gegen den Vorwurf der Verschwendung beim Neubau seiner Bischofsresidenz in Schutz. Der Streit über den Bau werfe die Frage auf, ob der Bischof "Opfer der innerdiözesanen Auseinandersetzungen im Bistum Limburg" sei. Schmid rechnet nicht mit einer schnellen Entscheidung: "Der Papst wird kein Schnellrichter sein", sagte er.

Laut "Spiegel Online" schafft die Krise mittlerweile auch Probleme im Bistums-Alltag: Ein Gesangbuch etwa müsse bald gedruckt werden, doch das Vorwort des Bischofs fehle. Zudem fehlten Unterschriften für den Amtsantritt mehrerer Pfarrer, sämtliche Pfarrbesetzungen hingen in der Warteschleife.

awö/anb/DPA/AFP DPA

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