Testament Der Papst dachte an Rücktritt


Dass er das Attentat auf ihn überlebt habe, bezeichnet der Papst in seinem jetzt veröffentlichten Testament als Wunder. Nicht nur deshalb hatte Johannes Paul II ernsthaft an einen Rücktritt gedacht.

Papst Johannes Paul II. hat sich in den letzten fünf Jahren seines Lebens mit Rücktrittsgedanken getragen. Im Jahr 2000 habe er ernsthaft erwogen, sein Amt niederzulegen, schreibt der Papst in seinem am Donnerstag veröffentlichten Testament. Als Anlass nannte er seinen 80. Geburtstag und den Beginn des neuen Jahrtausends.

Er hoffe, dass Gott "mir zu erkennen hilft, wie lange ich meinen Dienst fortsetzen muss, zu dem er mich am 16. Oktober 1978 berufen hat", so Johannes Paul. Dazu bete er um die nötige Kraft. Es sei bereits ein Wunder gewesen, dass er das Attentat von 1981 überlebt habe, heißt es in dem Schreiben.

Johannes Paul verfügt in seinem Testament, dass er keine materiellen Güter hinterlässt. Auch ordnet er an, dass alle persönlichen Schriften verbrannt werden sollen. Nur zwei lebende Personen werden in dem Testament erwähnt: Seinem persönlichen Sekretär Stanislaw Dziwisz dankt er für jahrelange Dienste. Und den Oberrabbiner Elio Toaff, der Johannes Paul 1986 beim Besuch in der Synagoge von Rom begrüßte, erwähnt er im Zusammenhang mit Kontakten außerhalb der Kirche.

Johannes Paul hat über 26 Jahre hinweg immer wieder an seinem Testament geschrieben. Die Arbeit daran begann er bereits 1979, ein Jahr nach seiner Wahl zum Papst. Das Dokument ist auf Polnisch verfasst; der Vatikan übersetzte es ins Italienische.

Zum Fall seines Todes erklärte der Papst, dass er die Möglichkeit einer Bestattung in seinem Heimatland Polen erwogen habe. Dann habe er aber beschlossen, die Entscheidung darüber dem Kollegium der Kardinäle zu überlassen. Diese bestimmten, dass Johannes Paul II. am Freitag in den Vatikanischen Grotten unter dem Petersdom beigesetzt werden soll.

AP AP

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