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Thüringen: Burschenschaftler sollen minderjährige Flüchtlinge attackiert haben

Eine Gruppe von Burschenschaftlern in Thüringen geriet am Samstagabend mit minderjährigen Flüchtlingen aneinander. Die Polizei sprach von einer aggressiven Stimmung. Die jungen Männer der Studentenvereinigung sollen dem rechten Milieu nahe stehen. 

Eine Parade der Allgemeinen Burschenschaft in Thüringen (Symbolbild) Einige sollen Flüchtlinge attackiert haben

Immer wieder werden Mitglieder der Burschenschaft dem rechten Spektrum zugeordnet. Im thüringischen Kahla mündete das in einer Auseinandersetzung mit Flüchtlingen. (Symbolbild)

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Im thüringischen Kahla eskalierte am Samstagabend ein Streit zwischen rechten Burschenschaftlern und minderjährigen Flüchtlingen. Nach einer vorausgegangenen verbalen Auseinandersetzung packte am Samstagabend einer der Männer zwei minderjährige aus Afghanistan am Kragen, worauf diese sich nach eigener Aussage wehrten und den Mann schlugen, wie die Polizei in Jena am Donnerstag mitteilte.

Minderjährige Flüchtlinge im Krankenhaus untersucht

Dies wiederum rief andere Besucher eines gegenüberliegenden Vereinsheims, in dem sich Burschenschaftler versammelt hatten, auf den Plan. Rund sieben hätten die insgesamt vier Jugendlichen in ein Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge verfolgt, wo sich ihnen ein Betreuer in den Weg stellte. Die Verfolger verließen das Haus schließlich wieder. Zwei 17-jährige Jugendliche wurden zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Bei der anschließenden Feststellung der Personalien der versammelten Burschenschaftler in dem Vereinsheim herrschte nach Polizeiangaben eine aufgeheizte und aggressive Atmosphäre. Die Beamten seien diffamiert und beleidigt worden. Einige der Burschenschaftler gehören demnach der rechten Szene in Kahla an.
Der Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung und Beleidigung. Auch von Seiten der Burschenschaftler wurde Anzeige wegen Körperverletzung gegen die Jugendlichen erstattet.

fk / AFP