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Tinder für Rinder: "Tudder": Wie britische Bauern via App ihr Vieh verkuppeln

In Großbritannien helfen die Landwirte ihren Rindern in der Liebe ein wenig nach. "Tudder" ist quasi das Tinder für Rinder. Und das funktioniert tatsächlich (fast) genau so wie bei der berühmten Dating-App. Um Romantik geht es hierbei aber eher weniger.

Tinder: Tudder für Rinder

Anstatt mit Tinder finden Kühe und Bullen mit "Tudder" ihren Partner (Symbolbild).

DPA

In Großbritannien nehmen die Bauern das Liebesleben ihrer Kühe und Bullen selber in die Hand. Mit der Dating-App "Tudder" wollen sie ihr Vieh verkuppeln. Quasi ein Tinder für Rinder. Nur, dass die Landwirte den Partner auswählen.

Und das läuft fast genau so ab wie bei der Version für Menschen. Man kann sich durch das Angebot von Kühen und Bullen swipen, Daumen hoch und runter geben. Zum Beispiel für den 24 Monate alten "Pedigree Beef Shorthorn", einem Zuchtbullen aus Essex, der auf der örtlichen Woodhatch Farm lebt. Hier findet jeder, was er sucht: Große Bullen, kleine Kühe, von Biohöfen oder normalen Höfen, kurzhaarig, langhaarig, alt und jung. Überall in Großbritannien. Insgesamt listet die Rinder-Dating-App  (abgeleitet vom Wort "Udder", zu Deutsch: Euter) rund 42.000 Profile.  

Tudder: Tinder für Rinder

"Tudder" ist das Tinder für Rinder. Zu Romantik wird es aber eher weniger kommen. Die App ist eine Erleichterung für Züchter in Großbritannien.

"Tudder" ist Tinder nachempfunden

Hat man dann seinen Wunsch-Bullen oder seine Wunsch-Kuh gefunden, gibt man ihm oder ihr einen Daumen nach oben, oder man klickt auf den Button zwischen den Daumen, bei dem sich eine Kuh an einen Bullen schmiegt - was ungefähr dem "Super Like" von Tinder nachempfunden ist. Dann wird man auf eine Seite weitergeleitet, auf der weitere Informationen zu finden sind. Alles, was eben so wichtig ist, bei dem Züchten von Rindvieh: Kontaktieren des Eigentümers, Informationen über den Stammbaum, das Potenzial zum Kalben oder den Marktwert des Nachwuchses.

Hinter der App steht das englische Start-Up Hectare. Dessen Geschäftsführer erklärte der Agentur "Bloomberg", dass Schafzucht ähnlich datengetrieben sei - und dies daher die nächste Version der App darstellen könne. 

Die Applikation ist allerdings nicht dafür gedacht, dass sich Kuh und Bulle auf immer ewig verlieben. Sie soll den Züchtern das Züchten erleichtern. Denn die Bauern leben oft weit verstreut und haben örtlich nicht so viel Auswahl, wie sie gerne hätten. Obwohl es eigentlich ein Überangebot gibt, nur eben schlecht verteilt. "Tudder" soll diesen Vorgang erleichtern.

Quellen: "Süddeutsche Zeitung", "Augsburger Allgemeine"

wlk
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