Tipps und Adressen Aufbruch in eine neue Welt


Welche Programme gibt es? Wie bewerbe ich mich? Was erwartet mich? Die wichtigsten Fragen für alle, die sich eine Zeit lang im Ausland engagieren wollen.

Welches ist die beste Übersicht über Stellen und Erfahrungsberichte von anderen Freiwilligen?
• Auf www.weltwaerts.de präsentiert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine Liste von Einsatzländern und die Voraussetzungen für den Dienst im Ausland.
• Eine Stellenbörse findet sich unter www.fsj-adia.de. Hier schreiben Freiwillige über ihre Erfahrungen. Reiseberichte und Infos auch auf www.youthreporter.eu und www.rausvonzuhaus.de.

Welche Programme gibt es?

• Das großzügigste Projekt ist der Europäische Freiwilligendienst (EFD). Hier bewerben sich jährlich 15.000 Jugendliche um 1000 Stellen. Die Kosten werden von der Europäischen Gemeinschaft übernommen. Der Dienst bietet jungen Menschen zwischen 18 und 25 Jahren die Möglichkeit, für die Zeit von drei Wochen bis zu zwölf Monaten ein anderes Land näher kennenzulernen. Mehr Infos: www.go4europe.de.
Das Freiwillige Soziale Jahr kann seit 2002 auch außerhalb Europas geleistet werden. Es richtet sich an Jugendliche zwischen 18 und 27 Jahren und definiert sich als "pflegerische und erzieherische Hilfstätigkeit".
• Mit dem "Weltwärts"-Programm der Bundesregierung haben nun sehr viel mehr Jugendliche die Möglichkeit, sich auf den Weg zu machen. Ein interessantes neues Projekt bietet auch das Potsdamer Collective Leadership Institute e. V. für Studenten. Für jeweils drei Monate sind in Zusammenarbeit mit der "Gesellschaft für technische Zusammenarbeit" Praktika im Ausland möglich. Weitere Infos: www.collectiveleadership.com. Einen ökologischen Freiwilligendienst organisiert auch die Berliner Stiftung Naturschutz: www.stiftung-naturschutz.de.

Wie bewerbe ich mich?

Fast alle Organisationen bieten mittlerweile ihre Bewerbungsformulare zum Herunterladen im Internet an. Neben einem Lebenslauf, einem Nachweis über Sprachkenntnisse und der Kopie des letzten Schul- oder Arbeitszeugnisses wird auch eine ausführliche Begründung, weshalb man sich engagieren möchte, verlangt. Wer sich bereits vor einem Freiwilligen Sozialen Jahr in Jugendgruppen oder Sportvereinen engagiert hat, sollte das Empfehlungsschreiben zum Beispiel eines Lehrers, Freundes oder Pfarrers hinzufügen.

Wer kann sich bewerben?

Alle Jugendlichen zwischen 18 und 26 Jahren, Ausnahmen bestätigen die Regel, mit abgeschlossener Lehre oder einem Schulabschluss. Auch wer das Studium bereits beendet hat, kann noch an den Programmen teilnehmen.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Neugierde, Begeisterungsfähigkeit und Improvisationstalent. Fremdsprachenkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht immer entscheidend. Wichtig, wie bei jeder Bewerbung, ist, sich klar darüber zu sein, ob man sich wirklich ein Jahr lang engagieren möchte. Oder nur einen verlängerten "Urlaub" plant.

Was erwartet mich?

Oft ein Kulturschock. Organisationstalent und Eigeninitiative sind gefragt. Die meisten Stellen sind in Häusern für Kinder und Jugendliche und in der Begegnung mit Alten und Behinderten. Sport, Kultur, Denkmalpflege und Umweltschutz bieten weitere Möglichkeiten. Vor, während und nach den Einsätzen sind mehrtägige Seminare verpflichtend. Zudem muss ein Abschlussbericht verfasst werden.

Werde ich für meinen Einsatz bezahlt?

Den Freiwilligen sollen möglichst keine Kosten entstehen. Wenn, dann meist für An- und Abreise. Die "Arbeitgeber" bieten Kost und Logis und zahlen meist ein Taschengeld in Höhe von bis zu 150 Euro. Oft wird vor einem Einsatz auch noch ein mehrwöchiger Intensivsprachkurs organisiert.

Bin ich versichert?

Ja, für die Dauer des Einsatzes. Auch das Kindergeld wird weitergezahlt. Zudem hat jeder Freiwillige Anspruch auf mindestens 24 Tage Urlaub. Und auf ein Zeugnis.

Ersetzt ein Freiwilligendienst den Zivildienst oder einen Wehrdienst?

Ja. Zu dem vom Bundesamt für Zivildienst anerkannten Einsatzplätzen zählen alle "Weltwärts"-Stellen und Jobs im Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr. Mehr Informationen darüber: www.ziviausland.de.

Ich bin über 27 Jahre alt. Welche Möglichkeiten habe ich, mich zu engagieren?

Informationen bieten die "Internationalen Freiwilligendienste für unterschiedliche Lebensphase (IFL): www.internationale-freiwilligendienste.org. Die Teilnahme an diesem Programm ist allerdings nicht kostenlos. Aber Fragen schadet nicht: Wer es versteht, sein Anliegen gut zu begründen, kann auf Ausnahmeregelungen hoffen. Ein weiterer Ansprechpartner ist der Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee": www.entwicklungsdienst.de.

Wo finde ich weitere Anregungen?

• Wer sich über den Freiwilligeneinsatz hinaus für Projekte in seinem Gastland oder in anderen Ländern engagieren will und eigene Ideen hat, findet in der Berliner Civil Academy Partner, die beratend und mit Seminarangeboten zur Seite stehen: www.civil-academy.de.
• Für alle, die schon ein Freiwilliges Jahr absolviert haben, bietet das Freiwilligenkolleg der Robert-Bosch-Stiftung (www.freiwilligenkolleg.de) ein weiterführendes Training an.
• Wer seine Reise selbst organisiert und genau weiß, was er will, kann sich Unterstützung von Stiftungen erhoffen. So vergibt die Heinz- Schwarzkopf-Stiftung Stipendien für innereuropäische Entdeckungstouren auf eigene Faust. Auch die zis-Stiftung, www.zis-reisen.de, finanziert mehrwöchige Touren.

Buchtipps

Im Freiburger interconnections-Verlag sind jetzt Bücher über Freiwilligendienste in Deutschland und Internationale Freiwilligendienste erschienen: www.interconnections.de.

Adressen

www.vjf.de
www.icja.de
www.donbosco.de
www.via-ev.org
www.d-t-p-ev.de
www.eirene.org
www.sci-d.de

print

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker