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Tirade von Ex-Bischöfin: Käßmann hält Halloween für "kommerziellen Humbug"

Unternehmen reiben sich im Zeichen des Kürbis die Hände. Für Ex-Bischöfin Margot Käßmann hingegen ist der 31. Oktober kein Freudentag. Sie macht ihrem Unmut über das "Verkaufs-Event" Halloween Luft.

Ist kritisch, will aber nicht den moralischen Zeigefinger erheben: Ex-Bischöfin Margot Käßmann kann mit Halloween nichts anfangen.

Ist kritisch, will aber nicht den moralischen Zeigefinger erheben: Ex-Bischöfin Margot Käßmann kann mit Halloween nichts anfangen.

Die frühere hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann empfindet Halloween in Deutschland als kommerziellen Humbug. Man könne überall nachlesen, wie der Halloween-Trubel in Deutschland entstanden sei: "Es ging darum, irgendwo im Kalender zwischen den Sommer-Grillpartys und dem 1. Advent noch ein Verkaufs-Event mit allem möglichen Schnickschnack zu etablieren", sagte Käßmann den "Ruhr Nachrichten".

Und dass sich dieses "Event" tatsächlich etabliert hat, belegen Zahlen. Süßwarenhersteller etwa machen mittlerweile auch in Deutschland einen Millionenumsatz zu Halloween. Mit speziell für das Gruselfest herstellten Süßigkeiten setzten die Unternehmen nach Berechnungen des Marktforscher Nielsen zwei Millionen Euro um, wie der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) mitteilte.

Landesbischöfin Käßmann betonte, Halloween sei gegen alle Grundüberzeugungen der Reformation: "(Reformator Martin) Luther wollte Angst nehmen - vor Geistern, Gespenstern, dem Bösen, dem Teufel. Und heute? Da sind am 31. Oktober die Kinder in Grusel-Kostümen unterwegs. Das kann ich nicht ernst nehmen", erklärte Käßmann. Sie sei aber dagegen, "mit moralisch erhobenem Zeigefinger gegen einen solchen Blödsinn anzugehen".

Die Ex-Bischöfin von Hannover ist die Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das 500-jährige Reformationsjubiläum im Jahr 2017.

ins/DPA / DPA
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