HOME

Feuerwehr warnt vor Gleisanlagen: "Ihr seid keine coolen Socken, sondern Toast!"

Erneut hat sich ein tödlicher Unfall an einer Hochspannungsanlage der Bahn ereignet. In Osnabrück kam ein 18-Jähriger grausam ums Leben. Mit einem eindringlichen Appell wendet sich nun die Feuerwehr an Jugendliche.

Ein Schild mit einem Symbol für "Nicht betreten" vor Gleisanlagen der Deutschen Bahn

Ein Schild mit einem Symbol für "Nicht betreten" vor Gleisanlagen der Deutschen Bahn: Fast monatlich verzeichnet die Bundespolizei einen Bahnstromunfall von Kindern, Jugendlichen, aber auch von Erwachsenen.

Die Gefahren, die Stromanlagen im Bahnbereich in sich bergen, werden von vielen unterschätzt. Besonders Jugendliche verwechseln die Gleise oft mit einem Spielplatz - klettern auf Wagons, steigen auf Oberleitungsmasten, oder veranstalten Mutproben auf Brücken. Immer wieder kommt es dabei zu schrecklichen Unfällen. So auch am vergangenen Donnerstag in Osnabrück. Ein Jugendlicher kletterte auf einen abgestellten Waggon und erlitt dabei einen massiven elektrischen Schlag. Am Samstagnachmittag erlag er schließlich seinen schweren Verletzungen.

Ein tragischer, sinnloser Tod, der auch die Feuerwehr der Stadt ratlos und wütend zurücklässt. Auf Facebook richten die Feuerwehrleute einen verzweifelten Appell an Jugendliche, sich von Bahngleisen fernzuhalten. "Wieder einmal eine kurze Unbedachtheit, ein jugendlicher Leichtsinn, die schlagartig die Jugend beenden und einen Menschen für sein restliches Leben entstellen", heißt es in dem Post. "Bleibt verdammt nochmal von den Waggons weg. Oder einfach komplett von den Gleisen. Ihr seid nicht besonders coole Socken, wenn ihr auf einem Waggon rumklettert, sondern ihr seid Toast!", schreibt der Feuerwehrsprecher eindringlich.

Traumatisierende Arbeit für die Helfer

In dem Schreiben wird auch deutlich, wie schwierig und nervenaufreibend solche Einsätze für die Rettungskräfte sind. Ihnen wird nicht nur ihr ganzes Können abverlangt, sie müssen sich auch selbst in Gefahr bringen. "Wieder einmal mussten wir all unser Können an einem schwer verbrannten und verletzten Körper einsetzen, um zumindest das blanke Leben zu retten und das Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Wieder einmal eine Situation dessen Bilder, Geräusche und Gerüche den Zeugen und Helfern lange, lange im Kopf bleiben werden", heißt es in der Mitteilung.

Warum?Letzte Nacht um 1.00 Uhr wurde die Feuerwehr Osnabrück wieder einmal zu einem schweren Unfall auf das Bahngelä...

Posted by Feuerwehr Osnabrück on Freitag, 17. Juli 2015

15.000 Volt fließen durch die Oberleitungen der Bahn. Das sind 65 Mal mehr als in der Steckdose zu Hause. Für einen Stromschlag ist dabei kein direkter Kontakt notwendig. Denn obwohl die Luft kein guter Leiter ist, kann es jederzeit zu einem Funkenüberschlag kommen. Im Grunde ist das wie bei einem Blitz: Auch hier fungiert die Luft als Leiter. Das Klettern auf abgestellte Waggons ist ebenso lebensgefährlich. Der Strom fließt immer, auch wenn kein Zugverkehr stattfindet. Die Polizei rät einen Abstand von mindestens drei Metern zu Bahnanlagen einzuhalten.

ivi