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Togo: Frauen wollen mit Sexstreik Präsidenten stürzen

Politik durch sexuelle Verweigerung: In Togo fordern Frauen den Rücktritt des ungeliebten Präsidenten. Sieben Tage lang wollen sie den ehelichen Pflichten fernbleiben, um ihre Männer zu mobilisieren.

Im westafrikanischen Togo wollen Frauen durch einen Sexstreik den Rücktritt des Präsidenten erzwingen. Ein Zusammenschluss von 16 Zivilgesellschaftsgruppen, die sich unter dem Motto "Let's Save Togo" (Lasst uns Togo retten) vereint haben, hat zu dem Bett-Boykott aufgerufen. Demnach sollen sich die Togolesinnen ihren Männern eine Woche lang verweigern.

Der Protest richtet sich vor allem gegen eine Wahlrechtsreform, die es Präsident Faure Gnassingbés Partei leichter macht, bei Wahlen im Oktober Parlamentssitze zu gewinnen. Der 46-Jährige ist seit 2005 an der Macht. "Wir möchten, dass alle Frauen, deren Ehemänner den Präsidenten unterstützen, so lange Sex verweigern, bis ihre Stimmen gehört werden", sagte die 32-jährige Astou Yabi der Nachrichtenagentur dpa. "Frauen haben nicht viel Macht in Togo, aber jeder weiß, dass Männer für bestimmte Dinge auf uns angewiesen sind. Dies ist eine machtvolle Art, uns Gehör zu verschaffen", fügte sie hinzu.

Es ist nicht das erste Mal, dass Frauen in Afrika das Schlafzimmer als Druckmittel einsetzen: Vor zwei Jahren hatten mehrere Frauengruppen im ostafrikanischen Kenia zum Sex-Boykott aufgerufen, um von den Politikern Reformen zu fordern. Und bereits 2003 stiftete die liberianische Aktivistin Leymah Gbowee zur Massen-Abstinenz an, um damit einen 14-jährigen Bürgerkrieg zu beenden. 2001 wurde sie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

vku/DPA / DPA
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