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Ausrede gesucht?: Traumhaftes Studienergebnis: Putzen ist für Männer zu gefährlich

Endlich ist bestätigt, wovon so mancher Mann wohl schon geträumt haben dürfte. Eine aktuelle Studie stellt ihm scheinbar einen Freibrief, die Arbeit im Haushalt zu verweigern.

Mann kniet putzen am Boden

Das wirkt ja optisch schon ganz unnatürlich ...

Da denkt man, man kennt schon alle Ausreden und dann das! Eine offizielle Bestätigung! sind nicht fürs Putzen gemacht. Fast möchte man glauben, dass hinter dem Studienergebnis der Universität Brüssel selbst ein Mann steckt, aber nein. Die Wissenschaftlerin Laura van den Boore trägt die Verantwortung dafür. Allerdings hat die Belgierin nicht untersucht, wieviele Männer im Haushalt von der Leiter stürzen, sondern fand heraus, dass deren Sterblichkeit in der Reinigungsindustrie wesentlich höher als die der Frauen ist.

In einer zehnjährigen Studie hat sich van den Boore die belgische arbeitende Bevölkerung zwischen 30 und 60 Jahren angesehen. Dabei kam heraus, dass das Sterberisiko bei männlichen Reinigungskräften um 45 Prozent höher ist als bei Büroangestellten. Weibliche Reinigungskräfte hingegen leben mit einem "nur" 16 Prozent höheren Sterberisiko als Frauen mit Schreibtischberufen. Grundlage für das Ergebnis waren 202.339 männliche und 58.592 weibliche Todesfälle von Reinigungskräften.

Doch was bringt die Männer nun um?

In erster Linie wohl Leichtsinn und Mangel an Erfahrung. Männer tragen beim Putzen seltener Atemschutzmasken und Handschuhe, sie kennen sich mit den Chemikalien in Putzmitteln nicht aus und bringen dadurch Stoffe zusammen, die gefährliche Dämpfe erzeugen. Darauf lassen die Krankheiten schließen, die bei Reinigungskräften am häufigsten auftreten: Lungenembolien, Lungenkrebs sowie Herz- und Gefäßkrankheiten.


Wer nun denkt, das ganze gelte nur für professionell Putzende, der irrt leider gewaltig. Laut der Wissenschaftlerin lauert die größte Gefahr im eigenen Haushalt. Dort denken Männer noch weniger daran, sich vor Reinigungsmitteln zu schützen, womit das Risiko einer Erkrankung durch den sorglosen Einsatz noch weiter erhöht wird.

Vielleicht sollte der Chemieunterricht in der Schule einen neuen Schwerpunkt im Curriculum bekommen?


bal

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