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Trennung von Seal und Heidi Klum: Hurra, hurra, das Ende ist nah

Auf nichts ist mehr Verlass: Erst nimmt Christian Wulff dem Bundespräsidentenamt die Würde, nun trennen sich Heidi und Seal. Vorboten für das Ende der Welt? Vermutlich - was nicht schlecht sein muss.

Eine Prophezeiung von Niels Kruse

Tja, Heidi und Seal. Auseinander gelebt. So was passiert wohl. Geht anderen ja auch gerade so: Bayern München und ihr Dauerdusel sind nicht mehr so unzertrennlich verbandelt wie einst. Oder Serena Williams, die langsam von ihrem Aufschlagspiel verlassen wird. Und natürlich die CSU, der ihr einziges Stammesgebiet Bayern abhanden gekommen ist. Auf nichts ist mehr Verlass, fehlt eigentlich nur noch, dass Helmut Schmidt das Rauchen aufgibt oder Schlecker seine Filialen modernisiert.

Aber muss es ausgerechnet das Paar sein, dass die Deutschen so gerne als ihr Spiegelbild wiedererkannten, wenn sie in die "Gala" </linkexterb>schauten? Sie, die schöne Diktatorin des Laufsteg- und Faschingswesens. Eine rheinische Frohnatur mit dem unermüdlichen Drang zum Muttersein und zur Berufstätigkeit. Und er, Seal, ein zwangsgermanisierter Schmusemuskel von stattlichen 1,92 Meter Größe. Zusammen waren sie Ying und Yang, Reagan und Gorbatschow, Nick Cave und Kylie Minogue, Schumacher und Ferrari in einem.

Sage bitte niemand, er sei vom Ende überrascht

Die Reinheit ihrer Beziehung war derartig naturgegeben, dass das Aus nur einen Schluss zulässt: Es gleicht der Ankunft des Weißen Reiters, dem ersten der vier bibelbekannten Vorboten der Apokalypse. Denn, es hilft ja nichts, nicht nur Heidi und Seal, sondern die ganze Welt und ihre Läufe - sie driften voneinander weg. Wenn es stimmt, dass das Auseinanderleben der erste Schritt Richtung Ende ist, dann ist es wohl wirklich so nah wie der Maya-Kalender es für den 21. Dezember ankündigt. Vielleicht geht die Welt auch erst am 23. unter - überrascht aber sollte bitte niemand mehr sein. Schließlich künden noch weitere apokalyptische Reiter von unheilvollen Brüchen und Verwerfungen und also vom sehr baldigen Ende von Allem.

Da wäre also der zweite Reiter, er trägt rot und symbolisiert Tod und Krieg. Er kommt, dank RTL, im Gespann mit dem dritten daher, dessen Schwarz für Hunger und Tod steht. Jeden Abend sind beide in Form von einer Handvoll Dschungelcampern zu sehen, deren Jammerlappigkeit davon zeugt, dass das rotbehoste, starke Geschlecht mit seiner ureigensten Bestimmung, der Zähmung der Wildnis, gnadenlos überfordert ist. Statt sich mannhaft um das Essen zu kümmern und das zarte Geschlecht vor Ungeziefer, Kälte und Ramona Leiß zu schützen, bettelt es öffentlich um Entlassung aus der Naturhölle - mit solchen Kerlen an der Seite sieht die Zukunft natürlich düster aus.

Wulff hat sich mit sich selbst auseinandergelebt

Bleibt der vierte Reiter, fahl und blass kommt er daher, es kann sich also nur um Christian Wulff handeln. Der kriegt sogar das Kunststück des doppelten Auseinanderlebens fertig: Zum einen ist es ihm mühelos gelungen, das Amt des Bundespräsidenten von seinen Untergebenen zu entfremden und dann hat er sich sogar mit seinem früheren Ich auseinandergelebt. "Wenn wir damals nicht die Wahrheit gesagt haben", so das Staatsoberhaupt sinngemäß zu den Vorwürfen der niedersächsischen Opposition, dann sei das ein "ernster Vorgang". Sapperlot. Der Mann ist zwar nicht mehr er selbst, steht aber trotzdem zu seinen Taten - er muss sie sich nur noch von Verfassungsgerichten/Medien/Parteifreunden/Gegnern/Bürgerinnen und Bürgern/Anwälten erklären lassen. Bis das der Bundespräsident oder Christian Wulff oder im besten Fall beide verstanden haben, wird das Schloss Bellevue wohl nicht mehr stehen.

Halten wir also fest: Entfremdungen, Trennungen und Auflösungserscheinung wohin das Auge blickt. Völlig natürliche Paarungen sind nicht mehr, der ewige Fluss der Dinge droht zu versiegen, die Welt ist in ihren Grundfesten erschüttert, das Ende nah. Was nicht nur Nachteile haben muss: Die deutsche Fußballnationalmannschaft wird als ewigletzter Europameister in die Geschichte eingehen, Thomas Gottschalk muss nicht bis in die Ewigkeit im Nirvana des Vorabends vor sich hintalken, es ist Schluss mit der nervigen Mülltrennerei, vor allem aber: Niemand wird erst mit 67 Jahren oder älter in Rente gehen müssen. Wie versöhnte Herr Wulff jüngst? "Ob man traurig oder heiter gestimmt ist, die Dinge gehen ihren Gang, und ein Ereignis mag gut oder schlecht sein, man muss es hinnehmen und seinen Ärger herunterschlucken, wenn einem das Glück zuwider ist."