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Trotz Corona-Regeln Tausende Menschen feiern illegale Rave-Party mitten in Berlin

Hasenheide
Der Volkspark Hasenheide hat sich in der Corona-Zeit zum Party-Treffpunkt entwickelt - hier ein Bild aus den vergangenen Wochen
© Christoph Soeder / DPA
Sie feierten die halbe Nacht und sorgten für einen großen Polizeieinsatz: In der Hasenheide in Berlin-Neukölln haben 3000 Menschen eine illegale Party gefeiert. Der Park hat sich zur Problemzone entwickelt.

Die Berliner Partyszene macht wieder von sich reden – allerdings auf unrühmliche Weise. Während die Clubs wegen der Corona-Auflagen geschlossen sind, feierten in der Nacht zu Sonntag Tausende eine illegale Rave-Party in der Hasenheide, einem beliebten Park zwischen Neukölln und Kreuzberg. Rund 3000 Menschen versammelten sich laut Berliner Polizei in dem Park zu lauter Musik. Die B.Z. berichtet sogar von 5000 Menschen, die teils bis in die frühen Morgenstunden getanzt, getrunken und gegrillt hätten.

Fotos zeigen, wie eine große Menge junger Menschen dicht an dicht steht oder sitzt - ohne großen Abstand zu halten. Dazu war offenbar professionelles Musik- und Lichtequipment aufgebaut. Die Stimmung sei wie bei einem Festival gewesen, schreibt die B.Z. Dabei sind laut der aktuellen Berliner Infektionsschutzverordnung bis einschließlich 31. August Veranstaltungen im Freien mit mehr als 1000 Anwesenden verboten.

Nach Anwohnerbeschwerden wegen Lärmbelästigung forderte die Polizei die Feiernden nach eigenen Angaben ab etwa 22:20 Uhr auf, den Park zu verlassen und Abstände einzuhalten. Laut B.Z. dauerte es allerdings Stunden, bis die Beamten dem fröhlichen Treiben ein Ende bereiten konnten. Gegen 2:30 Uhr habe die Polizei mit Lautsprecherdurchsagen und Hunden stärker durchgegriffen. Viele hätten die Party aber lediglich an dunklere Stellen des Parks verlagert. Erst gegen 4:30 sei der Großteil der – immerhin friedlich feiernden – Menschen aus dem Park gedrängt worden. Wie die Polizei mitteilte, leiteten die Einsatzkräfte fünf Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen unzulässigen Lärms ein und beschlagnahmten ebenso viele Musikanlagen.

Party-Hotspot Hasenheide

Laut "Tagesspiegel" hat sich die Hasenheide, aber auch der Park am nahe gelegenen Gleisdreieck, bereits in den vergangenen Wochen zum Hotspot für illegale Partys entwickelt. Der Neuköllner Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) bezeichnete das Treiben der Partyszene gegenüber der Zeitung als "zutiefst asozial". Die Feiernden würden nicht nur eine Verbreitung des Virus in Kauf nehmen, sondern auch den Park vermüllen und die Grünflächen zerstören. Liecke ist nach eigener Aussage selbst in den vergangenen Tagen vor Ort gewesen, um sich ein Bild zu machen.

Rave-Teilnehmer bewerfen die Polizei mit Gegenständen im Londoner Stadtteil White City.

Bereits vor dem aktuellen Vorfall diskutierte die Politik, wie man dem illegalen Partygeschehen Herr werden kann. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sowie mehrere Bezirksbürgermeister setzen sich dafür ein, dass bestimmte Grünflächen offiziell – und unter Berücksichtigung der Corona-Regeln – für Open-Air-Events zur Verfügung gestellt werden.

Quellen: PolizeiB.Z. / Tagesspiegel

bak

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