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Trotz Mitgliederschwund: Protestanten rechnen mit stabilen Steuereinnahmen

Den christlichen Kirchen in Deutschland laufen die Mitglieder davon. Finanziell sieht es dagegen rosig aus. Mehreinnahmen wegen der guten Beschäftigungslage gleichen die Verluste wieder aus.

Die evangelische Kirche rechnet dank der wirtschaftlichen Erholung mit stabilen Steuereinnahmen im laufenden und kommenden Jahr. Mehreinnahmen wegen der guten Beschäftigungslage kompensierten Verluste infolge sinkender Mitgliederzahlen, sagte der Vorsitzende des Finanzbeirates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Klaus Winterhoff, am Dienstag auf der EKD-Jahrestagung in Magdeburg. Die geplanten Steuerentlastungen der Bundesregierung hätten keine gravierenden Folgen für die Kirche, mehr Sorge bereite der stete Mitgliederschwund.

Bundesweit werden in den Jahren 2011 und 2012 jeweils rund 4,5 Milliarden Euro an Kirchensteuereinnahmen erwartet. Das Finanzvolumen aller 22 Landeskirchen und 15 300 evangelischen Gemeinden liegt bei knapp 10 Milliarden Euro und speist sich auch aus anderen Quellen. "Wir halten uns fern vom Schuldenmachen und von gefährlichen Finanzspekulationen", betonte der Vizepräsident des EKD-Parlaments, Bayerns Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein. Der sparsame Kurs sowie die ethischen Richtlinien der Kirche beim Umgang mit Geld hätten sich bewährt.

Von großer Bedeutung ist für die Kirche die Feier des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017, dafür sind 17 Millionen Euro eingeplant. Eine ebenso große Summe ist für die im kommenden Jahr anstehende Fusion des Evangelischen Entwicklungsdienstes mit dem Diakonischen Werk vorgesehen. Das Geld fließt vor allem in Sozialpläne für Mitarbeiter, die nicht von Stuttgart und Bonn nach Berlin wechseln wollen.

Der Gesamthaushalt der EKD als Dachorganisation der 22 Landeskirchen liegt 2012 bei 196,8 Millionen Euro. Mit dem Geld finanziert die Kirche übergeordnete Aktivitäten, nicht aber die Gemeindearbeit für die gut 24 Millionen Gläubigen selbst. Ein Schwerpunkt ist die Entwicklungshilfe, für die 44,6 Millionen Euro vorgesehen sind. 13,7 Millionen Euro fließen in die Öffentlichkeitsarbeit und die publizistische Tätigkeit, der die Kirche angesichts sinkender Mitgliederzahlen einen hohen Stellenwert einräumt.

DPA / DPA