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Trotzdem unter EU-Schnitt Armutsrisiko in Deutschland steigt


Das Armutsrisiko in Deutschland steigt, bleibt aber unter dem europäischen Durchschnitt. 15,5 Prozent der Deutschen gelten als armutsgefährdet, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag zu einer Erhebung für das Jahr 2008 mit. 2004 waren es noch rund zwölf Prozent.

In Deutschland steigt das Armutsrisiko, bleibt aber geringer als im europäischen Durchschnitt. 15,5 Prozent der Deutschen gelten als armutsgefährdet, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag zu einer Erhebung für das Jahr 2008 mit. 2004 waren es noch rund zwölf Prozent. Trotzdem ist das Armutsrisiko geringer als in der Europäischen Union: Hier liegt der Wert bei 16,3 Prozent. Nach EU-Definition gilt eine Person dann als armutsgefährdet, wenn sie nach Einbeziehung staatlicher Transferleistungen mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens leben muss. In Deutschland belief sich der Schwellenwert 2008 für eine alleinlebende Person auf 11.151 Euro. 62 Prozent der Arbeitslosen und 37,5 Prozent der Alleinerziehenden gelten als armutsgefährdet, aber auch etwa jeder 15. Erwerbstätige sowie 14,9 Prozent der Rentner.

Das Armutsrisiko ist am höchsten in den baltischen Staaten Lettland (25,7 Prozent), Litauen (20,6) und Estland (19,7), in den südosteuropäischen Ländern Rumänien (22,4) und Bulgarien (21,8) sowie in Griechenland (19,7) und Spanien (19,5). Die niedrigsten Gefährdungsquoten weisen Tschechien (8,6 Prozent), die Slowakei (11,0), die Niederlande (11,1) und Slowenien (11,3) auf.

Auch bei der Ungleichheit der Einkommen liegt Deutschland etwas unter dem EU-Durchschnitt. In der Bundesrepublik liegt das Einkommen des oberen Fünftels 4,5-mal so hoch wie das der unteren 20 Prozent. Im EU-Schnitt liegt der Wert bei 4,9. Die geringsten Unterschiede gibt es in Slowenien mit 3,2, die größten in Lettland mit 7,3.

Reuters Reuters

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