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Umgang mit Missbrauch: Katholische Bischöfe beraten über strengere Regeln

Die katholischen Bischöfe haben über eine Verschärfung der Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch beraten. Der Ständige Rat der Bischofskonferenz sprach am Montag bei seinem Treffen in Würzburg über einen Entwurf des Missbrauchsbeauftragten Bischof Stephan Ackermann, wie eine Sprecherin der Bischofskonferenz erklärte.

Die katholischen Bischöfe haben über eine Verschärfung der Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch beraten. Der Ständige Rat der Bischofskonferenz sprach am Montag bei seinem Treffen in Würzburg über einen Entwurf des Missbrauchsbeauftragten Bischof Stephan Ackermann, wie eine Sprecherin der Bischofskonferenz erklärte. Eine Entscheidung über das zusammen mit Experten ausgearbeitete Papier soll aber erst im Juni fallen.

Die Bischöfe wollen ihre Leitlinien für den Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs in der Kirche verschärfen: So soll beispielsweise die Regelung zur Information der Staatsanwaltschaft verändert werden. Derzeit heißt es noch, es werde "gegebenenfalls" das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft gesucht. Dies könnte durch eine Anzeigepflicht ersetzt werden, möglicherweise mit der Einschränkung, dass Anzeige erstattet wird, sofern die Opfer damit einverstanden sind.

Geändert werden sollen auch die Formulierungen zum Verhältnis zwischen kircheninterner und staatlicher Aufarbeitung. Dabei solle klargestellt werden, dass es kein dem staatlichen Strafrecht vorgeordnetes kirchliches Verfahren gebe, sondern dass die Verfahren parallel zueinander abliefen. Dies sei derzeit noch missverständlich formuliert, sagte die Sprecherin. In den alten Leitlinien ist von einer "kirchlichen Voruntersuchung" die Rede.

Verschärft werden könnte auch, für wen die Leitlinien gelten. Bislang betreffen sie nur Geistliche, künftig könnte die Regelung auch auf weltliche Mitarbeiter der Kirche ausgeweitet werden.

Bei dem turnusgemäßen Treffen sind die Bischöfe aller 27 deutschen Diözesen oder Vertreter vor Ort. Der Augsburger Bischof Walter Mixa, der vergangene Woche nach Prügelvorwürfen dem Papst seinen Rücktritt angeboten hatte, war am Montag nicht in Würzburg. Er wurde von Weihbischof Anton Losinger vertreten. Neben den Leitlinien zum Missbrauch stehen auch Patientenverfügungen und Bestattungsrituale auf der Themenliste der Bischöfe.

APN / APN