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Umstrittene Petition: Feuerwehrmann will keine brennenden Flüchtlings-Unterkünfte löschen

Mit mehreren Petitionen will ein Feuerwehrmann aus Irbersdorf in Sachsen erreichen, dass er nicht mehr bei Einsätzen in Flüchtlingsunterkünften eingesetzt wird. Der Vorstoß sorgt für Verwirrung - besonders bei seinen Kollegen.

Feuerwehrmann mit Wasserschlauch

Ein Feuerwehrmann bei einer Übung (Archivbild): Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Sachsenburg-Irbersdorf will in Zukunft nicht mehr bei Flüchtlingsunterkünften eingesetzt werden.

Seine Begründung lautet Eigenschutz: Wie die Zeitung "Freie Presse" berichtet, will der Feuerwehrmann Jürgen S. von der Freiwilligen Feuerwehr Sachsenburg-Irbersdorf von Einsätzen an Asylbewerberheimen entbunden werden. Zudem fordere er die Ablehnung und Nichtaufnahme weiterer Asylbewerber in der Stadt Frankenberg, wie die Zeitung weiter berichtet.

Um dies zu erreichen, hat der Feuerwehrmann bereits mehrere Petitionen gestartet, wie der Wehrleiter der Feuerwerk Frankenberg dem stern bestätigte. Die Petitionen hätten sich an die Stadt gerichtet. Die Aussichten auf Erfolg halten sich aber offenbar in Grenzen:  Der Hauptausschuss der Stadt hat die Forderungen von Jürgen S. bereits abgelehnt. Der Stadtrat werde sich aber in seiner nächsten Sitzung mit S.' Petition befassen.

Der Hauptausschuss der Stadt habe die Forderungen zurückgewiesen, weil laut Feuerwehrsatzung die Verweigerung von Einsätzen einer Dienstpflichtverletzung gleichkäme. Der Leiter der Feuerwehr Frankenberg distanzierte sich auch gegenüber dem stern von den Petitionen. S. spreche nicht für die Feuerwehr Frankenberg und auch nicht für seine Kollegen in der Ortsfeuerwehr, bei welcher er tätig ist. "Wir retten Leben, Menschen, Tiere und Sachwerte. Dabei machen wir keinerlei Unterschiede", betonte der Leiter der Feuerwehr Frankenberg.

Das Bekanntwerden der Petition habe besonders unter S.' Kollegen für Empörung gesorgt. Der ehemalige Feuerwehrchef von Frankenberg warf S. in der "Freien Presse" Gefährdung seiner Kollegen vor: "Eigentlich müsste S. seine Uniform sofort abgeben. Wir retten Leben, ganz egal welches Gesicht". Der Ortswehrleiter der Feuerwehr Sachsenburg/Irbersdorf, der auch der Vater von Jürgen S. ist, gab an, nichts von der Petition seines Sohnes gewusst zu haben. Er werde aber das Gespräch mit ihm suchen, um den Sachverhalt zu klären. "Wir als Feuerwehr Sachsenburg/Irbersdorf stehen grundsätzlich für alle Einsätze bereit. Ohne Ausnahme", so der Ortswehrleiter gegenüber dem Blatt. 

amt