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Umstrittener Limburger Bischof: Rückkehr von Tebartz-van Elst ist unwahrscheinlich

Ein Vertrauter des Papstes sieht kaum Chancen dafür, dass der Limburger Bischof Tebartz-van Elst sein Amt weiter ausführen können wird. Andere gehen hingegen von einer Entlastung aus.

Wegen der Verschwendung von Kirchengeldern beim Umbau des Bischofsitzes von Limburg wurde Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst heftig kritisiert

Wegen der Verschwendung von Kirchengeldern beim Umbau des Bischofsitzes von Limburg wurde Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst heftig kritisiert

Ein enger Vertrauter von Papst Franziskus, der honduranische Kardinal Óscar Rodríguez Maradiaga, hält die Rückkehr des umstrittenen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst in das Bistum für ausgeschlossen. "Ich weiß, dass viele Gläubige im Bistum Limburg verletzt sind. Um offene Wunden zu heilen, schütte ich keinen Alkohol darauf", sagte der Erzbischof von Tegucigalpa dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Er leide mit den deutschen Katholiken an den Problemen in Limburg, so der Koordinator der Kardinalskommission, die im Auftrag des Papstes an Strukturreformen der Kirchenleitung arbeitet. "Wenn einer Fehler gemacht hat, soll er sich dazu bekennen, um Entschuldigung bitten und sich einen anderen Platz suchen", so Maradiaga mit Blick auf Tebartz-van Elst.

Der Papst hat dem wegen des Neubaus seiner Bischofsresidenz, seines Führungsstils und eines Luxusflugs nach Indien umstrittenen Bischof eine Auszeit auferlegt. Ende Januar soll das Ergebnis einer Sonderprüfung der Bistumsfinanzen vorliegen.

Gänswein rechnet mit Entlastung von Tebartz-van Elst

Erzbischof Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses von Papst Franziskus und Sekretär von dessen Vorgänger Benedikt XVI., sagte der Online-Ausgabe der "Mittelbayerischen Zeitung", er rechne damit, dass die Vorwürfe gegen Tebartz-van Elst nicht mehr lange Bestand haben. "Ich glaube sehr wohl, dass die Untersuchung Vorwürfe bezüglich Geldverschwendung, Nichtkommunikation und Überspringung von Kontrollorganen zu Gunsten des Bischofs ausräumen wird."

Zum Prozedere sagte Gänswein: "In der Tat geht es darum, die Ergebnisse der Kommission abzuwarten. Das Ergebnis muss dann der Bischofskongregation in Rom vorgelegt werden. Erst danach und nach reiflicher Überlegung wird der Heilige Vater selbst die Entscheidung fällen."

ono/DPA / DPA