VG-Wort Pixel

Unglück in L'Aquila von 2009 Erdbebenforscher zu langer Haft verurteilt


Das Gericht von L'Aquila hat sieben Wissenschaftler zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hätten die Bevölkerung "ungenau" und "widersprüchlich" über das Beben in den Abruzzen unterrichtet.

Dreieinhalb Jahre nach dem #link;http://www.stern.de/panorama/erdbeben-in-italien-retter-geben-die-hoffnung-auf-660558.html;schweren Beben in den Abruzzen# sind sieben Experten in L'Aquila wegen ungenügender Warnung vor Erdstößen zu jeweils sechs Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil in erster Instanz fällte das Gericht von L'Aquila am Montag nach einem mehr als einjährigen Verfahren. Es ging damit noch über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die jeweils vier Jahre Haft verlangt hatte, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Verteidigung warnt das Gericht

Die Seismologen und Zivilschutzbeamten hätten die Bevölkerung rund um L'Aquila nur "ungenau, unvollständig und widersprüchlich" über die Gefahren eines Bebens informiert, so die Anklage. 309 Menschen waren bei dem Erdbeben in der mittelitalienischen Region rund um die Hauptstadt L'Aquila am 6. April 2009 ums Leben gekommen. Zehntausende konnten nicht mehr in ihre zerstörten Häuser zurück.

Die Beben-Kommission hatte eine Woche vor dem starken Beben getagt und nicht eindeutig gewarnt. Erdbebenforscher und die Verteidigung wiesen in der Diskussion um das Verfahren darauf hin, dass es bislang nicht möglich sei, größere Erdbeben wissenschaftlich vorherzusagen. Bei einer Verurteilung werde kein Wissenschaftler sich mehr zum Phänomen Erdbeben äußern, erklärte die Verteidigung in dem Prozess.

pas/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker