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Unter strengen Auflagen: Gericht verfügt Freilassung Strauss-Kahns

Ein Appartment war schon gefunden, doch die Nachbarn sperrten sich: Erst am Abend konnte ein Gericht die Freilassung Dominique Strauss-Kahns anordnen - freilich unter strengsten Auflagen.

Ein Gericht in New York hat am Freitag die Freilassung des ehemaligen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn verfügt. Der Richter ordnete an, dass der Franzose, der unter anderem wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt ist, bis zum nächsten Gerichtstermin in New York unter Hausarrest gestellt wird. Er soll demnach in den Süden Manhattans, nach Lower Manhattan, ziehen - ganz in die Nähe des Finanzzentrums der Stadt.

Noch am Freitag soll Strauss-Kahn dem Gericht zufolge seine Zelle auf der Gefängnisinsel Rikers Island verlassen dürfen. Ein Richter hatte am Donnerstag der Freilassung gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von einer Million Dollar (700.000 Euro) sowie von Bürgschaften in Höhe von fünf Millionen Dollar zugestimmt.

Neue Nachbarn wollen Strauss-Kahn nicht

Zuvor war die Freilassung des Finanzmanagers durch unerwartete Schwierigkeiten verzögert worden. Ungeachtet der Zahlung der Millionen-Kaution seien die Auflagen für einen Hausarrest noch nicht erfüllt, erklärte ein Gerichtsvertreter in New York. US-Medien zufolge hatte Strauss-Kahn Probleme, eine passende Wohnung zu finden.

Der richterlichen Entscheidung zufolge muss Strauss-Kahn in einer Wohnung rund um die Uhr unter der Beobachtung von bewaffneten Wachen stehen. Außerdem muss der Franzose eine elektronische Fußfessel tragen und seinen Reisepass abgeben. Wie mehrere US-Medien berichteten, hatte Strauss-Kahn eigentlich in ein nobles Apartmentgebäude in Manhattan einziehen sollen. Doch dagegen haben sich die Bewohner des Gebäudes gesträubt - nicht zuletzt, weil sie einen enormen Medienauflauf befürchten. Wie es hieß, hatte Strauss-Kahns Frau Anne Sinclair ein Appartment in der Upper East Side von Manhattan gemietet. Offenbar wurde zwischenzeitlich eine andere Wohnung gefunden.

250.000 Dollar Abfindungen vom IWF

Unterdessen teilte der Internationale Währungsfonds mit, dass sein zurückgetretener Chef eine einmalige Abfindung von 250.000 Dollar erhalten soll. Der Fonds reagierte damit auf Zeitungsberichte, in denen über die Höhe von Zahlungen an Strauss-Kahn spekuliert wurde. "Die jährliche Pension für den Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn und Anwartschaften wurden in den Medien in dieser Woche deutlich überschätzt", hieß es in der IWF-Mitteilung. Die jährlichen Zahlungen fielen in den folgenden Jahren sehr viel niedriger aus als diese einmalige Abfindung.

Strauss-Kahn war im September 2007 mit einem Gehalt von 420.930 Dollar eingestellt worden. Laut Vertrag hat er Anspruch auf eine Abfindung und eine Pensionszahlung.

be/DPA/AFP / DPA