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Unternehmen bleibt in Berlin: Bahnchef Grube will globalen Kurs der Bahn halten

Bahnchef Rüdiger Grube hat sich gegen eine Abkehr von der bisherigen Strategie seines Unternehmens ausgesprochen. Die Deutsche Bahn solle als weltweiter Mobilitäts- und Logistikkonzern ausgebaut werden, sagte Grube am Mittwoch bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer in Berlin.

Bahnchef Rüdiger Grube hat sich gegen eine Abkehr von der bisherigen Strategie seines Unternehmens ausgesprochen. Die Deutsche Bahn solle als weltweiter Mobilitäts- und Logistikkonzern ausgebaut werden, sagte Grube am Mittwoch bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer in Berlin. Zunächst aber müsse sie sich um ihr "Brot-und Butter-Geschäft" im Inland kümmern und dort die Hausausgaben machen, das heiße vor allem die Technikprobleme bei ihren Zügen lösen. Bei den ICE-Fernzügen und bei der Berliner S-Bahn gibt es seit Monaten Probleme mit Rädern und Achsen. Bei der S-Bahn musste das Angebot deshalb stark eingeschränkt werden.

Klar sei aber auch, dass die Bahn Gewinne machen müsse, sagte Grube vor rund 400 Unternehmern, Berliner Stadtpolitikern und Journalisten. "Diejenigen, die uns hohe Gewinne vorwerfen, würden uns morgen kritisieren, wenn wir nicht mehr investieren." Die Bahn sitze noch auf 15,9 Milliarden Euro Schulden. "Wir müssen Geld verdienen, um diesen Scheiß-Schuldenberg abzubauen", fügte der Bahnchef hinzu. Ziel sei ein Schuldenniveau in Höhe des Eigenkapitals, das derzeit 10,3 Milliarden Euro betrage.

Im Konflikt mit der Bahnindustrie um die Verantwortung für die technischen Schwierigkeiten bemühte sich Grube um Entspannung. Erst vor kurzem habe er sich mit Bombardier-Geschäftsführer Klaus Baur getroffen, und man sei sich einig gewesen: "Komm, wir werfen uns keinen Dreck mehr um die Ohren, wir lösen das Problem", sagte der Bahnchef. Noch am Dienstag hatte sich die Bahnindustrie gegen den Vorwurf verwahrt, ihre Fahrzeuge seien nicht zuverlässig. Ihr Verband wies darauf hin, das die Bahn die Wartung ihrer Züge komplett in Eigenregie erledige.

Grube verlangte, künftig den Herstellern die Verantwortung für die Sicherheit der Fahrzeuge zuzuweisen. Dazu sei eine Änderung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes nötig. "Darüber wollen wir mit der Politik reden", sagte Grube. Es müsse klarer als bisher sein, für welche Bereiche die Hersteller zuständig sind und für welche die Betreiber.

Zu einem neuen Anlauf für einen Börsengang der Bahn sagte Grube: "Ich lasse mir die Option offen." Derzeit stehe das Thema aber nicht auf der Tagesordnung. Eine Privatisierung sei kein Selbstzweck und auch kein Mittel, um sich von Vorgaben der Politik zu befreien. "Einen Börsengang zu machen, nur um aus der Klaue der Bundesregierung zu kommen - das ist kein Grund für einen Börsengang", sagte Grube. Er wolle vielmehr einen offenen Dialog mit den Vertretern des Bahn- Eigentümers Bund pflegen.

Gleichzeitig legte er ein Bekenntnis zu Berlin als Hauptsitz des Unternehmens ab. "Berlin und die Deutsche Bahn sind wie Mutter und Vater - sie gehören einfach zusammen", sagte Grube. "Wir sind in hundert Jahren noch hier. Deshalb brauchen wir über den Quatsch nicht mehr zu reden", sagte er mit Blick auf zurückliegende Diskussionen über einen Standortwechsel der Bahn.

DPA / DPA
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