HOME

US-Militär: Frauen sollen an die Front

In der US-Armee können Frauen bald mit ihren männlichen Kollegen in den Kampfeinsatz ziehen. Bürgerrechtler freut das, obwohl es Ausnahmen geben soll.

US-Soldatinnen dürfen bald an der Front kämpfen. Das will der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta erreichen. Das Pentagon will den generellen Ausschluss von Soldatinnen vom Kampfgeschehen aufheben, berichteten Medien unter Berufung auf Regierungsbeamte. Panetta will seine Vorschläge für neue Regeln bald vorstellen. Durch die Neuregelung würden Hunderttausende Jobs auch für Frauen möglich sein.

Die bisherigen Vorschriften dienten dazu, Frauen möglichst hinter der Front zu stationieren und aus Gefechten herauszuhalten. Soldatinnen durften bisher zwar in kämpfenden Truppenteilen dienen, jedoch nicht am Kampfgeschehen teilnehmen. Das solle sich nach dem Willen von Panetta in den kommenden Jahren ändern. Es werde aber auch künftig noch Ausnahmen geben, hieß es. Das Militär dürfe überprüfen, ob eine Arbeit grundsätzlich für Frauen geeignet ist, berichtete der Sender CNN.

20.000 Soldatinnen dienten bereits im Irak

In ersten Reaktionen wurde die Neuregelung begrüßt. Die Öffnung werde dafür sorgen, "dass qualifizierte Frauen die gleiche Chance haben, sich im Kampfgeschehen hervorzutun wie ihre männlichen Kampfgefährten", lobte Ariela Migdal von der Amerikanischen Bürgerrechtsunion.

Die Öffnung für Frauen in Kampfeinsätzen ersetzt eine Regelung aus dem Jahr 1994, die sie von vielen Positionen in Infanterie und Artillerie ausschloss. Laut Zahlen der "New York Times" dienten im Irak und in Afghanistan dennoch rund 20.000 US-Soldatinnen. Bis zum Ende des vergangenen Jahres kamen 130 von ihnen ums Leben, 800 wurden verletzt.

Seit dem Umbau des US-Militärs zur Freiwilligenarmee, hat laut dem PEW Research Center die Zahl der Frauen im Militärdienst massiv zugenommen. Von rund 42.000 im Jahr 1973 vervierfachte sich ihre Zahl auf rund 167.000 im Jahr 2010. Die Zahl der aktiven Mitglieder im Militär sank gleichzeitig von rund 1,9 Millionen auf 1,2 Millionen.

pas/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel