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US-Bundesstaat Illinois: Ex-Chef von Frauenklinik stirbt – Familie macht grausigen Fund in seinem Haus

Anfang September stirbt in den USA ein Abtreibungsarzt. Seine Familie findet anschließend mehr als 2000 Föten in einem Anwesen des Mannes.

Ein aus Plastik modellierter Fötus in einer Hand

Ein aus Plastik modellierter Fötus in einer Hand

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Die Familie eines verstorbenen Abtreibungsarztes hat in dessen Haus im US-Bundesstaat Illinois 2246 medizinisch konservierte Föten gefunden. Das teilt das örtliche Will County Sheriff's Office mit. Demnach verstarb der ehemalige Chef einer Frauenklinik am 3. September. Neun Tage später hätte ein Anwalt der Familie beim zuständigen gerichtsmedizinischen Institut angerufen, von dem Fötusfund im Haus des Verstorbenen berichtet und um Hilfe gebeten. Die Beamten hätten dann vor Ort die mehr als 2000 töten Körper gefunden und konfisziert. 

Jahrelang Chef einer Frauenklinik

Laut der britischen BBC war der Besitzer des Hauses jahrelang Chef einer Frauenklinik im benachbarten Bundesstaat Indiana. 2016 habe er jedoch seine Zulassung verloren, unter anderem nachdem man ihn beschuldigt hatte, eine Abtreibung nicht gemeldet zu haben, die er an einer 13-Jährigen durchgeführt haben soll. Außerdem habe er es damals versäumt dafür zu sorgen, dass weiteres Personal bei dem Eingriff anwesend war. Der Arzt habe bei der Gerichtsverhandlung um seine Zulassung gesagt, in 43 Jahren habe er nie eine Patientin bei einer Abtreibung verloren. Zu den in den USA teilweise sehr umstrittenen Eingriffen sagte er: "Frauen werden schwanger, Männer nicht. Wir sollten es respektieren, wenn Frauen eine Entscheidung treffen, die sie für die beste für ihr Leben halten."

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"Fleißigster Abtreibungsarzt in der Geschichte Indianas"

Der mit 74 Jahren verstorbene Mann galt laut dem Regionalblatt "The Journal Gazette" als der "wahrscheinlich fleißigste Abtreibungsarzt in der Geschichte Indianas". Über mehrere Jahrzehnte soll er Zehntausende Abtreibungen in verschiedenen Counties durchgeführt haben. Eine Mitarbeiterin der Behörde, die ihm letztlich 2016 die Zulassung entzog, beschrieb ihn als einen Arzt, dem jegliches medizinisches Einschätzungsvermögen fehle und bezeichnete ihn als "professionell inkompetent". Er soll bis zuletzt stets die Abtreibungs- und Betäubungsverfahren der 70er- und 80er-Jahre genutzt haben. 

Die örtliche Polizei teilte mit, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei. Bisher gebe es keine Hinweise dafür, dass auf dem Anwesen des Mannes medizinische Eingriffe vorgenommen wurden.

Quellen: Will County Sheriff's Office / CNN / BBC / "The Journal Gazette"

fin
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