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Veränderte Kriegsbedingungen US-Militär lässt Frauen an die Front


Offiziell durften amerikanische Soldatinnen bisher nur abseits der Kampfschauplätze dienen. In Afghanistan und im Irak kämpften jedoch viele Frauen an der Front. Jetzt reagiert die US-Armee auf immer schwieriger werdende Einsätze.

Im US-Militär dürfen Soldatinnen nun auch regulär in kämpfenden Einheiten dienen. Damit können sich Frauen auf etwa 14.000 Stellen im Militär bewerben, die ihnen bislang verwehrt blieben, teilte das US-Verteidigungsministerium in Washington mit. Grundlage der veränderten Regeln seien die neuen Ansätze, Kriege zu führen. Aktiv dienen in den US-Streitkräften rund 200.000 Soldatinnen und 1,2 Millionen Soldaten.

Moderne Schlachtfelder hätten "keine klaren Frontlinien und sichere Rückzugsbereiche, Operationen zur Unterstützung des Gefechts sind über Kampfgebiete zerstreut", hieß es in der Mitteilung des Pentagon. Diese Faktoren hätten es zuletzt schon in Afghanistan und Irak schwieriger gemacht, die geltenden Regeln umzusetzen.

So sollen Frauen etwa nicht mehr nur in Brigaden, sondern auch in den kleineren Bataillonen dienen dürfen - und damit häufiger an der Front. Außerdem dürfen sie als Panzermechanikerinnen oder an Raketenwerfern arbeiten. Soldatinnen war der Einsatz an der Front bisher offiziell verboten. Jetzt ist er zumindest mit Einschränkungen denkbar. Tatsächlich dienen US-Soldatinnen aber schon seit längerem an der Seite ihrer Kameraden in kämpfenden Einheiten.

Im Irak und Afghanistan starben 79 Frauen an der Front

Rund 238.000 Stellen bei der US-Armee bleiben nach Angaben aus dem Pentagon jedoch auch künftig Männern vorbehalten: Der Einsatz in Infanterie-, Panzer- und Spezialeinheiten bleibt Soldatinnen weiter untersagt. Denn im Prinzip will die US-Armee Frauen nicht in den Kampf schicken, auch wenn das in der Praxis längst passiert: Seit 2001 waren nach offiziellen Angaben rund 280.000 Soldatinnen im Irak und in Afghanistan im Einsatz. Das waren zwölf Prozent aller dort stationierten US-Truppen. 144 Soldatinnen kamen in beiden Ländern ums Leben - 79 von ihnen in Kampfeinsätzen.

Keine Einsätze in Infanterie und Artillerie

Positionen wie Sanitäter oder Aufklärer hatten sie schon seit längerem inne. Doch durften sie ihre Tätigkeit nicht direkt im Kampfgeschehen ausführen. Diese Regel diente dazu, Frauen hinter der Front zu stationieren und aus Gefechten herauszuhalten. Nach "über zehn Jahren Krieg, in denen sich Frauen als unentbehrlich erwiesen haben", sei das Verteidigungsministerium zu der Entscheidung gekommen, ihnen mehr Einsatzmöglichkeiten zu bieten, sagte Vee Penrod, Personalverantwortliche im Pentagon.

Frauen dürfen aber auch künftig nicht in der Infanterie Artillerie oder in Spezialeinheiten dienen. Doch prinzipiell sei nicht ausgeschlossen, dass in Zukunft noch weitere Positionen für Frauen geöffnet werden, sagte Pentagon-Sprecher George Little.

iml/DPA/AFP DPA

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