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Verwahrloste Kinder in Berlin: "Vielleicht hatte ich die Schnauze voll"

Sie ließ ihre Kinder - acht, neun, elf und zwölf Jahre alt - zehn Monate allein in einer Berliner Wohnung hausen. Bis sich der Älteste dem Jugendamt anvertraute. Die Mutter sagt: "Ich bin nicht so der ordentliche Typ." Nun könnten die Kleinen zu ihr zurückkehren.

Ausgerechnet eine Kindergärtnerin ließ ihre vier Kinder zurück. Einfach so. Zehn Monate in einer Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg. Die Kleinen, im Alter zwischen acht und zwölf Jahren, mussten sich allein durchschlagen, nur der Älteste, Joshua, kümmerte sich um seine drei Geschwister. Gabriele B, vom Boulevard schon als "Horror-Mutter" tituliert, guckte nach eigener Aussage nur ab und an vorbei, ansonsten lebt sie bei ihrem neuen Freund.

In der Berliner "BZ" erklärte die 46-Jährige nun, was sie dazu bewogen hat, ihre Kinder sich selbst zu überlassen. Ein Gesprächsprotokoll, das viel Unverständnis auslösen wird. Da sei zum einen der untreue Vater der Kinder. Er habe sie ständig betrogen und sei irgendwann mit einer seiner Geliebten durchgebrannt. Angeblich ließ er seine Familie auf Mietschulden sitzen und Unterhalt soll er auch nicht gezahlt haben. Und dann sei noch da noch eine Kur gewesen, bei der sie ihre Kinder nicht hätten begleiten dürfen.

Für Gabriele B. sei das alles irgendwann zu viel geworden. "Vielleicht hatte ich einfach mal die Schnauze voll", gibt sie zu Protokoll. Und fragt: "Wo hätte ich sie denn unterbringen sollen?" Den Vorwurf, sie habe ihre Kinder verwahrlosen lassen, lässt B. nicht gelten: "Ich habe sie zweimal die Woche gesehen." Allerdings räumt sie ein, "nicht so der ordentliche Typ" zu sein.

Die ganze Angelegenheit wurde erst bekannt, nach dem der zwölfjährige Joshua sich dem Jugendamt anvertraut hatte. Darauf habe die Polizei die vier Kinder aus der Wohnung geholt und sie in einem Wohnheim untergebracht. "Das Bad war Kot verschmiert, Küche und Wohnzimmer hingen voller Spinnweben und der Kühlschrank war voller Ungeziefer", berichtete die Polizei anschließend über den Zustand er Wohnung. Warum die Behörde so lange nichts unternommen hatte, versucht die zuständige Leiterin so zu erklären: "Wir haben viele Fälle, in denen uns der Zutritt über lange Zeit verweigert wird und wir die Familien betreuen, ohne ständig in deren Wohnung zu sein", so Judith Pfennig ebenfalls in der "BZ".

Warum hat niemand etwas mitbekommen?

Diese Auffassung von Betreuung kann der Deutsche Kinderschutzbund nicht nachvollziehen. Es sei "sehr eigenartig", dass Behörden, Schule und Nachbarn nichts von der Verwahrlosung mitbekommen hätten. "Regelmäßige Besuche in der Wohnung hätten das verhindert", sagte Geschäftsführerin Paula Honkanen-Schoberth. Das Jugendamt müsse in Gesprächen mit der Mutter erkunden, wie sie bei der Erziehung ihrer Kinder unterstützt werden könne.

Was mit den Kindern nun passiert, ist noch nicht klar. Für den Kinderschutzbund sei eine Rückkehr zur Mutter möglich. "Man darf sie nur auf keinen Fall wieder allein mit ihnen allein lassen", so Honkanen-Schobert. Denkbar sei dabei eine Ganztagsbetreuung der Kinder und eine sozialpädagogische Familienhilfe. Auch das Jugendamt will Gabriele B. nicht unbedingt die Kinder wegnehmen. Erst in einigen Wochen soll entschieden werden, ob und wie erziehungsfähig die 46-Jährige ist. Jugendamtsleiterin Judith Pfennig will bereits ein gutes Gespräch mit der Mutter geführt haben: "Sie machte den Eindruck, als sei sie in der Lage, die Krise zu bewältigen."

nik
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(