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Vogel-Attacke in Bremen: Krähen greifen an

Krähen sind in Bremen wie in dem berühmten Hitchcock-Filmklassiker "Die Vögel" über Passanten hergefallen. Mehrere Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Offenbar wollten die Tiere eine verletzte Artgenossin beschützen.

Es wirkte wie eine Szene aus Alfred Hitchcocks Horrorfilm "Die Vögel", doch für Passanten und Polizisten in Bremen war es die Wirklichkeit. Immer wieder stürzten sich zwei Krähen auf Spaziergänger und Radfahrer an der Kneipenmeile Schlachte in der Hansestadt. Mit ihren spitzen Schnäbeln hackten sie auf jeden ein, der sich einer dritten verletzten Krähe nähern wollte. Wie Polizeisprecher Dirk Siemering am Donnerstag sagte, wurden einige Tierfreunde bei den Angriffen am Mittwoch so stark verletzt, dass sie ins Krankenhaus mussten.

Auch über vier Polizisten fielen die Vögel her. Mit Schutzschilden und einer Decke gelang es ihnen schließlich, die verletzte Krähe einzufangen. Die Beamten fuhren mit ihr zum Tierheim - die Rettung kam aber zu spät. "Sie ist auf dem Weg verendet", sagte Siemering.

In Nienburg (Niedersachsen) attackierte ein Greifvogel einen Läufer und verletzte ihn ebenfalls. Der 42-Jährige erlitt eine blutende Kopfwunde, teilte die Polizei mit. Der Jogger hatte am Mittwoch auf einem Sportplatz seine Runden gedreht, als der Vogel ihn unvermittelt angriff.

Ein Vogelexperte gab indes Entwarnung. Ständige Angst vor Krähenangriffen müsse man nicht haben, sagte Markus Nipkow vom NABU Deutschland. "Es passiert jedes Jahr zur Brut- und Jungtierzeit, dass ein paar hormonell aufgedrehte Nebelkrähen aus Angst um ihren Nachwuchs potenzielle Angreifer verscheuchen wollen."

APN/DPA / DPA