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Vorbereitungen zur Papstwahl Der Vatikan rüstet sich für das Spektakel


Im Vatikan steigt die Anspannung. Die Vorbereitungen für die Wahl des neuen Papstes laufen auf Hochtouren, in informellen Gesprächen loten die Kardinäle aus, wer der neue Pontifex werden könnte.

Vor dem Beginn der Wahl eines neuen Papstes am Dienstag werden im Vatikan die letzten Vorbereitungen für das Konklave getroffen. Die Kardinäle feierten am zweiten Sonntag ohne Angelus-Gebet die Messe in ihren jeweiligen Titelkirchen in Rom und kamen Medienberichten zufolge zu informellen Treffen zusammen, um sich weiter auszutauschen und besser kennenzulernen. Beobachter rechnen damit, dass das Konklave schnell abgeschlossen sein könnte, auch wenn es noch keinen klaren Favoriten für den Stuhl Petri gibt.

Auch die Vorbereitungen in der Sixtinischen Kapelle liefen am Wochenende auf Hochtouren. Arbeiter bauten am Samstag den Schornstein auf dem Dach auf, der durch weißen oder schwarzen Rauch anzeigen wird, ob ein neuer Papst gewählt wurde oder nicht. Auch im Inneren der Sixtinischen Kapelle wurden letzte Vorbereitungen getroffen. Zu sehen ist ein mehrere Meter langes Kupferrohr, das zum Schornstein auf dem Dach führt. Zudem gibt es zwei Pfannen - eine zum Verbrennen der Stimmzettel aus den Wahlgängen und eine zum Erzeugen des schwarzen Rauches bei erfolgloser Wahl oder des weißen Rauches beim Wahlerfolg. In der Kapelle wurden zudem bordeauxrote Decken auf zwei Reihen von Tischen gelegt, an denen die Kardinäle ab Dienstag Platz nehmen.

Beobachter erwarten schnelles Ergebnis

Das Konklave zur Wahl eines Nachfolgers für den zurückgetretenen Papst Benedikt VXI. beginnt am Dienstagnachmittag. Zuvor wollen sich die mehr als 150 Purpurträger am Montag noch einmal treffen und unter anderem über ihre Erwartungen an das neue Oberhaupt der katholischen Kirche sprechen. Die Kardinäle fühlten sich gut auf das Konklave vorbereitet, schrieb Papst-Sprecher Federico Lombardi in einem Editorial für Radio Vatikan. "Nach den gemeinsamen Überlegungen in den Kongregationen, den ausgetauschten Informationen und dem Dialog für ein persönliches und verantwortliches Urteil sind sie jetzt in einer Reifephase."

Beobachter erwarten ein relativ kurzes Konklave. Die römische Tageszeitung "La Repubblica" berichtete am Sonntag, viele Kardinäle rechneten damit, dass schnell ein neues Oberhaupt gefunden werde. Lombardi sagte der Nachrichtenagentur Ansa zufolge, die Wahl könnte "sehr schnell" ablaufen, da viele Geistliche ihre Stimme nach den ersten Wahlgängen demjenigen gäben, der konsensfähig erscheine.

Einen klaren Favoriten für die Nachfolge auf dem Stuhl Petris gibt es nicht. Häufig werden nach wie vor die Namen des Mailänder Erzbischofs Angelo Scola und des brasilianischen Kardinals Odilo Pedro Scherer genannt. Britische Buchmacher gehen von einem Kopf-an-Kopf-Rennen unter drei Favoriten aus: Scola (71), Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson (64) aus Ghana und Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone (78) aus Italien.

Wählen bis zur Zweidrittelmehrheit

Der Zeitplan für den ersten Tag der Wahl am Dienstag ist straff. Am frühen Morgen um 7.00 Uhr ziehen die 115 Kardinäle, die am Tag von Benedikts Rücktritt jünger als 80 Jahre waren und wahlberechtigt sind, in das Gästehaus Santa Marta im Vatikan ein. Für 10.00 Uhr ist die Messe "Pro eligendo Romano Pontifice" vorgesehen, am Nachmittag ziehen die Kardinäle in einer feierlichen Prozession in die sixtinische Kapelle ein. Am Abend ist der erste Wahlgang geplant. Eine zeitliche Begrenzung der Wahlversammlung gibt es nicht. Jeden Tag finden mehrere Wahlgänge statt, bis eine Zweidrittelmehrheit für einen Kandidaten zustande kommt.

cjf/AFP/DPA DPA

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