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Vorstoß von Versandhändler Otto: DGB warnt vor Rentner-Rückholaktion

Der Versanhändler Otto will seine Pensionäre für Projektarbeit zurück ins Unternehmen holen. Davor warnt der DGB und fürchtet, dass dies zu Lasen von Stammbeschäftigten gehen wird.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat vor einer Mobilisierung von Rentnern in Unternehmen gewarnt. "Da ist höchste Vorsicht geboten", sagt Hamburgs DGB-Chef Uwe Grund. Grundsätzlich sei nichts dagegen einzuwenden, wenn Firmen wie der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto ihre Rentner und Pensionäre aus dem Ruhestand holen und von ihrem Fachwissen profitieren wollen.

Dies aber dürfe aber niemals die Regel werden. Nicht dass es dann plötzlich heiße: "Opa arbeitet, die Tochter ist in befristeter Leiharbeit und der Enkel wird nach der Ausbildung nicht übernommen."

Grund erinnerte dabei an die Leiharbeit, die ehedem kurzfristige Auftragsspitzen und Personalengpässen abfedern sollte. "Längst wird sie aber großflächig missbraucht, um Stammbeschäftigte aus Firmen hinauszudrängen und Dumpinglöhne durchzusetzen", kritisierte Grund.

Otto setzt auf seine Pensionäre

Otto hatte am Dienstag angekündigt, pensionierte Mitarbeiter über eine neue Tochtergesellschaft nach ihrer früheren Berufstätigkeit bei Projekten oder als Berater einzusetzen.

"Wir sehen uns durch die Äußerungen des DGB absolut bestärkt, denn der Einsatz der Ruheständler erfolgt projektbezogen und für höchstens 50 Tage pro Jahr", sagte Otto Group-Sprecherin Anja Schlumberger. Dies komme allen Beteiligten zugute: den jungen Beschäftigten, "den Rentnern und nicht zuletzt dem Unternehmen".

be/DPA / DPA
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