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Wales: Toten-Asche zu Teekanne verarbeitet

Recyceln auf die britische Art: Ein Mann aus Wales hat eine besondere Verwendung für seinen verstorbenen Vater gefunden. Er hat aus der Asche eine Teekanne machen lassen - und wartet nun auf den perfekten Moment, sie das erste Mal zu benutzen.

Ein Mann aus Wales hat die Asche seines Vaters zu einer Teekanne verarbeiten lassen

Ein Mann aus Wales hat die Asche seines Vaters zu einer Teekanne verarbeiten lassen

Zur Erinnerung an die tägliche Teestunde der Familie hat ein Waliser die Asche seines Vaters zu einer Teekanne verarbeiten lassen. Zehn Jahre nach dem Tod seines Vaters Ian könne er jetzt endlich wieder einen Tee mit ihm genießen, sagte John Lowndes (54) der "Daily Mail". "Ich denke, er würde das verstehen. Die einzige Sache, die noch passender wäre, wäre ein Bierglas gewesen." Vor dem Tod seines Vaters 1998 hätten die beiden jeden Tag eine Tasse Tee zusammengetrunken und über Gott und die Welt geredet. "Diese Teestunden mit Dad waren etwas besonders und ich habe sie nach seinem Tod echt vermisst", sagte Lowndes.

Die Idee, seinen Vater in eine Teekanne zu verwandeln, entstand bei einem Gespräch mit einer Freundin, deren Großmutter gerade gestorben war. John Lowndes vertraute ihr an, er würde so gerne noch einmal eine Tasse Tee mit seinem Vater trinken. Die Bekannte empfahl ihm daraufhin die Firma "Here in Spirit" ("im Geiste anwesend"), wie die "Daily Mail" berichtet.

Teekanne wurde noch nicht benutzt

Dessen Inhaber, der Töpfer Neil Richardson, stellt Vasen und Urnen mit der Asche von Verstorbenen her. "Ich wurde bisher noch nie gebeten, eine Teekanne zu machen", so Richardson, aber er habe den Wunsch gerne erfüllt. Normalerweise kommt die Asche der Toten nur in die Glasur. Diesmal wurde die Asche von John Lowndes' Vater direkt in den Ton gemischt - das sei ungefährlich.

Die menschliche Teekanne wartet noch auf ihren ersten Einsatz. John Lowndes möchte, dass seine beiden Söhne mit dabei sind, wenn er den ersten Tee in der Kanne seines Vaters aufbrüht - es soll schließlich eine richtige Familienfeier werden.

Angelika Dehmel mit DPA
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