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Walter Brandmüller: Papst Benedikt ernennt Chefhistoriker des Vatikans zum Kardinal

Er arbeitete den Fall des Galileo Galilei auf, den die katholische Kirche jahrhundertelang als Ketzer verdammte. Jetzt wird Walter Brandmüller selbst sein kleines Denkmal gesetzt. Der Kirchenhistoriker wird in den Rang eines Kardinals erhoben.

Er ist ein Bayer in Rom, so wie Papst Benedikt XVI., der ihn jetzt zum Kardinal erhebt. Walter Brandmüller (81) aus Ansbach in Mittelfranken hat sich im Vatikan vor allem als Fachmann der Kirchengeschichte und "Chefhistoriker der Kurie" einen Namen gemacht: Er arbeitete unter anderem den Fall des Galileo Galilei auf, gegen den die katholische Kirche wegen seines Bekenntnisses zum Weltbild des Kopernikus als Ketzer vorging.

Von 1998 bis 2009 war der Theologe Brandmüller Präsident der Päpstlichen Kommission für Geschichtswissenschaft in Rom, also ranghöchster Kirchenhistoriker des Vatikans. Bis zu seinem Ruhestand im vergangenen Jahr leitete er auch die Internationale Kommission für vergleichende Kirchengeschichte. Er ist Domkapitular am Petersdom in Rom.

Der Sohn eines Offiziers studierte und promovierte in München. Er lehrte bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1997 als Ordinarius für Neuere und Mittelalterliche Kirchengeschichte an der Universität Augsburg. Brandmüller hat vor allem auch über Konzilsgeschichte geschrieben. Weil er bereits über 80 Jahre alt ist, kann der neue Purpurträger allerdings - im Gegensatz zu dem ebenfalls neuen deutschen Kardinal, Erzbischof Reinhard Marx - nicht mehr an einer Papstwahl teilnehmen.

DPA / DPA