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London Wegen nicht-inklusiver Fahrgastbegrüßung: Zuggesellschaft entschuldigt sich

Ein Zug der Londoner Zuggesellschaft LNER steht in einem Bahnhof am Gleis
Für die Fahrgastbegrüßung eines Zugführers musste sich LNER entschuldigen (Symbolbild)
© Yui Mok / Picture Alliance
Mit seiner Fahrgastbegrüßung hat ein Zugführer in London eine hitzige Debatte ausgelöst. Da sich ein nicht-binärer Fahrgast von der Durchsage nicht angesprochen fühlte, beschwerte er sich bei der Zuggesellschaft – die sich umgehend entschuldigte und eine Überarbeitung der Richtlinien versprach.

"Guten Tag, meine Damen und Herren, Jungs und Mädchen." Mit diesen Worten begrüßte ein Zugführer der London North Eastern Railway (LNER) seine Fahrgäste – und löste damit eine hitzige Debatte aus. An Bord des Zuges befand sich nämlich auch ein nicht-binärer Fahrgast, der auf Twitter unter dem Namen Laurence auftritt und sich daraufhin über dieses soziale Netzwerk bei der Zuggesellschaft beschwerte: "'Guten Tag meine Damen und Herren, Jungs und Mädchen...' also als nicht-binäre Person trifft diese Ansage eigentlich nicht auf mich zu, also werde ich nicht zuhören @LNER."

LNER entschuldigte sich

Die Entschuldigung der Zuggesellschaft folgte prompt und stellte eine Aufarbeitung des Vorfalls in Aussicht: "Es tut mir wirklich leid, das zu hören, Laurence, unsere Zugführer sollten so eine Sprache nicht verwenden, und ich danke Ihnen, dass Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben. Könnten Sie mir bitte mitteilen, welchen Dienst Sie genutzt haben und ich werde sicherstellen, dass dieser so inklusiv bleibt, wie wir es bei LNER anstreben." Diese Entschuldigung führte jedoch nicht zu einer Beruhigung der Situation, vielmehr stiegen zahlreiche Twitter-User mit in die Diskussion ein und befeuerten eine hitzige Debatte darüber, welche Sprache in Unternehmen verwendet oder verboten werden sollte.

"Dies ist keine 'Kundenbeschwerde'"

"Man könnte meinen, dass dieser Zugführer eine Schimpftirade losgelassen hätte. (...) Identifizieren Sie sich, wie Sie wollen, aber können wir diesen Unsinn beenden?", schrieb beispielsweise Mark Jenkinson, der konservative Abgeordnete für die britische Stadt Workington. Mit ihm machten sich viele User darüber Gedanken, welche Begrüßung der Zugführer stattdessen hätte nutzen können, wenn laut LNER "so eine Sprache" nicht verwendet werden dürfe.

Twitter-Nutzer BeingJarley gab an, mit Laurence im Zug gewesen zu sein und versuchte dessen Standpunkt zu erläutern: "Ich saß mit Laurence zusammen, als dieser Tweet gesendet wurde. Wir sind beide nicht-binär und wir waren beide alarmiert und fühlten uns unwohl wegen des Mangels an Inklusion." Dabei sorgt die Tatsache, dass sowohl Laurence als auch BeingJarley auf ihren Twitter-Profilen angeben, für Zuggesellschaften zu arbeiten, für weiteren Aufruhr: "Beide ARBEITEN für das Bahnsystem... aber sie 'wollen' nicht auf Zugdurchsagen hören, die nicht für sie 'gelten'? Dies ist keine 'Kundenbeschwerde' von einem Mitglied der Öffentlichkeit – es sind zwei Transportmitarbeiter, die ihre eigene Agenda durchsetzen." 

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LNER steht trotz der Kritik, die ihre Entschuldigung ausgelöst hat, hinter eben dieser und betont ihr Streben nach Inklusivität: "Wir verbiegen uns nicht, um einer bestimmten Person entgegenzukommen, sondern wir tun unser Bestes, um jeder Person entgegenzukommen. Das ist der Unterschied." Die vielfach geäußerte Befürchtung, der Zugführer könne nun aufgrund der Beschwerde seinen Job verlieren, wurde dementiert. Man wolle jedoch "unsere Teams an Bord ermutigen, alle Kunden an Bord willkommen zu heißen" und die derzeit geltenden Richtlinien im Hinblick darauf zu überprüfen.

Quellen: "DailyMail" / Twitter

as

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