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Wegen Pädophilie-Vorwürfen: Grünen-Politiker Cohn-Bendit verzichtet auf Medienpreis

Der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit zieht die Konsequenzen aus den gegen ihn gerichteten Missbrauchswürfen - und nimmt den Deutsch-Französischen Medienpreis nicht entgegen.

Daniel Cohn Bendit steht auf Russlands schwarzer Liste. Doch er hat sich einen Trick überlegt.

Daniel Cohn Bendit steht auf Russlands schwarzer Liste. Doch er hat sich einen Trick überlegt.

Nach heftiger Kritik an seinen früheren Äußerungen über Intimitäten mit Kindern verzichtet der Grünen-Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit auf den Deutsch-Französischen Medienpreis. Ausschlaggebend dafür sei seine Erfahrung mit dem negativen Echo rund um die Verleihung des Theodor-Heuss-Preises gewesen, teilte der Saarländische Rundfunk (SR) am Montag mit. Er müsse befürchten, dass er im Bundestagswahlkampf erneut zur Zielscheibe werde, zitierte der Sender aus einer Erklärung des 68-Jährigen. Der SR hatte den Preis, der unter anderem von deutschen und französischen Medien getragen wird, 1983 ins Leben gerufen.

Cohn-Bendit sollte am 4. Juli in Paris für sein konsequentes Eintreten für die europäische Integration und die Fortentwicklung der europäischen Demokratie geehrt werden. Für eine Stellungnahme war er zunächst nicht zu erreichen.

Der Politiker hatte 1975 in einem Buch seine Zeit in einem anti-autoritären Kindergarten thematisiert und dabei auch Intimitäten mit Kindern beschrieben. Er selbst sowie Kinder und Eltern von damals betonten, es habe keinen Missbrauch gegeben. Bei der Verleihung des Theodor-Heuss-Preises hatte der 68-Jährige am vergangenen Wochenende seine Äußerungen als "unerträgliche Provokation" bezeichnet, die so nicht hätten "geschrieben werden dürfen".

fle/DPA / DPA
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