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Neue Verordnung: Oh, du Gefährliche! EU will zum Advent das Abbrennen von Kerzen regulieren

Flüchtlingskrise, Terrorgefahr - es ist eine unruhige Zeit. Da tut es gut, dass die EU-Kommission uns vor dem Fest der Liebe vor einer weiteren ernsten Gefahr zu warnen weiß: Vor den Kerzen, die zur Adventszeit überall "lauern".

Adventskranz mit vier brennenden Kerzen und einem rauchenden Räuchermännchen in der Mitte

Vorsicht, Adventskranz! Zur Weihnachtszeit weist die EU-Kommission auf die Gefahren durch Kerzen hin

"Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier. Dann steht das Christkind vor der Tür." Wer kennt sie nicht, diese besinnliche Weise, die zur nun beginnenden Weihnachtszeit alljährlich erklingt. Bisher dachte man sich nichts dabei. Die EU aber begreift diese Zeilen offenbar als Beschreibung einer Art Eskalation. Oder wie ist zu erklären, dass die EU-Kommission in Zeiten von Flüchtlingskrise und Terrorgefahr in einer neuen Verordnung just zum Advent die Sicherheit von Kerzen regulieren will?

Die "Bild"-Zeitung zitiert in einem Bericht die Verordnung: Mit Kerzen seien "verschiedene Gefahren verbunden, die ein Risiko für die Sicherheit der Verbraucher darstellen können". Über vier Seiten plus fünf Seiten Anhang würden darin Sicherheitsanforderungen "für Kerzen, Kerzenhalter, Kerzenbehälter und Kerzenzubehör" bis ins Detail festgelegt, heißt es weiter. Grundlage für die neue Regulierung ist die Richtlinie 2001/95/EG des Europäischen Parlaments und Rates, in der die Sicherheit von Produkten allgemein geregelt ist.

Schön stabil halten, diese Kerzen

Vorgeschrieben würde, so der Bericht, dass Kerzen "während des Abbrennens stabil bleiben" müssen. Außerdem müsse die Verbrennungsgefahr durch das Berühren der Kerze "so gering wie möglich gehalten werden". Die Flamme dürfe zudem "maximal eine bestimmte Höhe erreichen". Rußemissionen seien "so gering wie möglich zu halten".

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Abgeordneten im EU-Parlament, Herbert Reul, kritisierte die Überregulierung durch die EU-Kommission scharf. "Während Europas Probleme brennen, regelt die Kommission weiter fröhlich jeden Kleinscheiß", sagte er der "Bild". "Was ist aus dem Versprechen geworden, sich nur noch um die großen Dinge zu kümmern?"

Vielleicht legt das Christkind zu diesem Fest ja ein wenig Einsicht unter den Weihnachtsbaum.

dho / AFP