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Weihnachtsmarkt in Berlin Infos aus Sicherheitskreisen: Das ist der mutmaßliche Attentäter

Ein Screenshot aus einem Video der Nachrichtenagentur Reuters zeigt den mutmaßlichen Attentäter von Berlin unter einem weißen Laken
Ein Screenshot aus einem Video der Nachrichtenagentur Reuters zeigt den mutmaßlichen Attentäter von Berlin unter einem weißen Laken
© Screenshot Reuters
Berlin ist offenbar Ziel eines Anschlags geworden. Der mutmaßliche Fahrer des Lasters, der in Menschen fuhr, wurde von der Polizei festgenommen. Was aus Sicherheitskreisen über ihn bekannt ist.

Der Schock sitzt bei vielen Menschen tief: Am Montagabend rast im Herzen Berlins ein Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Mindestens zwölf Menschen sterben. Weitere 49 Menschen lagen am Morgen zum Teil schwer verletzt in Krankenhäusern. Bei dem Mann, der den Lastwagen gesteuert haben soll, handelt es sich um einen Pakistaner, wie Bundesinnenminister De Maizière bestätigte. Der Verdächtige streitet die Tat ab.

Der festgenommene mutmaßliche Täter sei am 31. Dezember 2015 in Passau nach Deutschland eingereist. Am 19. Februar soll er in Berlin  einen Asylantrag gestellt haben. Sein Asylverfahren sei noch nicht abgeschlossen, nachdem mehrere Versuche einer Anhörung nicht zustande gekommen seien, teilte De Maizière mit.

Sicherheitsbehörden identifizieren Person als Naved B.

Sicherheitsbehörden haben den Verdächtigen unter dem Namen Naved B. als mutmaßlichen Flüchtling identifiziert. Der wohl 23 Jahre alte Mann habe zwei Alias-Namen geführt, die dem erstgenannten Namen sehr ähnlich seien, erfuhr die DPA aus Sicherheitskreisen. Auch die Tageszeitung "Die Welt" hatte den Namen genannt. Als Geburtsjahr des Mannes werde das Jahr 1993 angegeben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (DPA) aus Sicherheitskreisen. Unklar blieb zunächst, ob den Behörden in diesem Zusammenhang ein echtes Personaldokument vorliegt oder ob sich die Altersangabe auf eine Auskunft des Flüchtlings stützt.

Der Polizei soll der Mann bereits wegen geringfügiger Delikte bekannt sein.  Auch meldet die DPA, dass der Festgenommene Terrorverdächtige der Polizei im Zusammenhang mit Ermittlungen zu einem sexuellen Übergriff bekannt war. Wie aus Sicherheitskreisen bekannt wurde, kam es im Juli 2016 im Kontext zu einem sexuellen Übergriff des Mannes und auch zu Beleidigungen. Einen entsprechenden Eintrag gebe es in der Inpol-Datenbank, dem länderübergreifenden Informationssystem der Polizeien. Weiter berichtet die DPA, dass der festgenommene Terror-Verdächtige die Tat zum jetzigen Zeitpunkt leugnet. Im Asylverfahren sei der Verdächtige als renitent aufgefallen, er sei zu Anhörungen nicht erschienen und habe erklärt, er verstehe die deutsche Sprache nicht.

Augenzeuge soll Polizei zum mutmaßlichen Täter geführt haben

Laut "Welt" soll der Mann im pakistanischen Turbat geboren worden sein. Einen Aufenthaltstitel soll er "Spiegel Online" zufolge am 2. Juni 2016 erhalten haben. Offenbar ist der festgenommene Verdächtige den deutschen Sicherheitsbehörden bislang nicht als Islamist aufgefallen. Der Mann tauche in der entsprechenden Datei der Behörden nicht auf, erfuhr die DPA aus Sicherheitskreisen.

Der mutmaßliche Täter soll laut der "Welt" dank des couragierten Einsatzes eines Augenzeugen festgenommen worden sein. Der Zeuge sei dem flüchtenden Lastwagenfahrer gefolgt und habe dabei ständig über Handy die Notrufzentrale über die Position des Mannes informiert, sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel laut "Welt/N24". Die Polizei wollte diese Version der Ereignisse noch nicht abschließend bestätigen.

Nach dem mutmaßlichen Anschlag hat die Polizei einen Hangar auf dem früheren Flughafen Tempelhof durchsucht. Dort befindet sich Berlins größte Flüchtlingsunterkunft. Laut Medieninformationen hieß es, der mutmaßliche Täter solle hier gemeldet gewesen sein. Nach Informationen des stern war das aber nur eine von mehreren Ermittlungsoptionen. In Tempelhof befragte die Polizei nach Informationen des stern vier Männer Ende 20 aus dem Hangar 6. Es habe keine Festnahmen gegeben. Das berichtete Sascha Langenbach, Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten. Der Einsatz, an dem auch Kräfte der Spezialeinheit (SEK) beteiligt waren, habe um 3.00 Uhr mit bis zu 250 Beamten begonnen. Die Kräfte seien dann aber reduziert worden. Die Lage sei ruhig gewesen. Um 8.00 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen.

Polnischer LKW-Fahrer unter den Opfern

Unter den Toten auf dem Berliner Breitscheidplatz befindet sich offenbar auch der polnische Fahrer, der den LKW ursprünglich gefahren war. Mittlerweile hat der polnische Speditionsbesitzer den Tod seines Fahrers bestätigt. Er habe seinen Cousin auf einem Polizeifoto identifiziert, sagte Ariel Zurawski im polnischen Fernsehen. Zudem hätten GPS-Daten gezeigt, dass jemand gegen 15.45 Uhr den LKW bewegt habe. "Es sah aus, als wenn jemand geübt hätte, den Wagen zu fahren", so Zurawski. Der Lkw sollte in Berlin Stahlkonstruktionen abliefern und hatte seit Montagmittag in der Stadt geparkt.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im Auftrag des Generalbundesanwalts die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Terroranschlag übernommen. "Der Generalbundesanwalt beim BGH hat ein Strafverfahren eingeleitet und das BKA mit den Ermittlungen beauftragt", teilten die Wiesbadener Kriminalbeamten auf Twitter mit.

amt DPA AFP

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