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Weihnachtsvideo für Maddie: "Wir tun alles, um dich zu finden"

Die Eltern der verschwundenen Madeleine haben sich kurz vor Weihnachten noch einmal an die Öffentlichkeit gewandt. Sie riefen erneut dazu auf, Hinweise zum Schicksal ihrer Tochter an eine spanische Privatdetektei weiterzugeben.

In einer bewegenden Videobotschaft zum Weihnachtsfest wollten sich die Eltern der verschwundenen Madeleine direkt an ihre Tochter wenden. Zugleich appellierten sie an alle, die das Schicksal des kleinen Mädchens kennen, sich endlich zu melden und die seelische Pein der Familie zu beenden. "Madeleine, dies sind Mama und Papa", sagt Kate McCann, 40, in dem am Samstag von vielen Fernsehstationen ausgestrahlten Video. "Wir tun alles, was wir können, Madeleine, um dich zu finden und sehr viele gute und freundliche Menschen helfen uns dabei. Sei tapfer, Liebling!"

Der Vater Gerry McCann, 40, bat in der Videobotschaft, die mit Aufnahmen von Madeleine beim letzten gemeinsamen Weihnachtsfest mit ihrer Familie unterlegt wurde, erneut um Hinweise zum Verbleib der Tochter. "Seit uns Madeleine am 3. Mai genommen wurde, weiß jemand, was mit ihr geschehen ist und könnte auch wissen, wo sie jetzt ist. Es steht in der Macht dieser Person, das Mitleid aufzubringen, diese furchtbare Tortur für uns zu beenden."

"Wir lieben dich sehr"

Die Eltern riefen erneut alle Menschen auf, die zweckdienliche Hinweise zum Schicksal ihrer Tochter geben könnten. Dies könne jederzeit auch anonym geschehen. Eingeweihte könnten ihr Wissen auch Priestern anvertrauen, die es dann weitergeben würden. "Wenn Sie diese Person sind", sagte Kate McCann in direkter Ansprache an einen möglichen Mitwisser, "so verstehen wir, dass Sie vielleicht aus Angst um sich selbst oder auch aus einer falschen Loyalität für andere Menschen heraus schweigen. Doch Sie müssen verstehen, dass Sie den Schlüssel zur Überwindung all dieser Verzweiflung und Seelenqual in der Hand halten."

Auf dem Video ist unter anderem zu sehen, wie die kleine Madeleine bei der Weihnachtsbescherung 2006 jenen rosafarbenen Rucksack auspackt, den sie dann im folgenden Frühjahr mit in den Urlaub nach Portugal genommen hatte. Dort war sie aus der Ferienwohnung der Familie an der Algarve-Küste verschwunden. "Madeleine, du sollst wissen, dass wir dich sehr lieben", sagt die Mutter zu den Bildern, die eine damals noch glückliche Familie zeigen. "Wir vermissen dich alle sehr. Sean und Amelie (die zweijährigen Zwillingsgeschwister) sprechen den ganzen Tag immer wieder über dich."

Ihr "einziger Weihnachtswunsch", so betonten die Eltern, sei die Rückkehr ihrer Tochter. Die neuen Videoaufnahmen sowie der Appell der McCanns wurden Fernsehstationen in aller Welt zur Verfügung gestellt. Die Familie setzt damit ihre bereits kurz nach dem mysteriösen Verschwinden von Madeleine begonnene internationale Medienkampagne zur Suche nach dem Kind fort. Trotz umfangreicher polizeilicher Ermittlungen - darunter etliche vermeintliche Sichtungen Madeleines in Portugal, Marokko, Belgien und weiteren Ländern - konnte das Schicksal des Mädchens bis heute nicht geklärt werden.

Zeitweise standen die Eltern - sie sind beide Ärzte - im Verdacht, ihre Tochter während ihres Portugal-Urlaubs im Mai versehentlich mit einem Beruhigungsmittel getötet und dann beseitigt zu haben. Für diese These fanden sich zwar keine Beweise, dennoch gelten die Eltern bei der portugiesischen Polizei bislang noch formal-juristisch als "Arguidos" (Verdächtige). Auch deshalb haben sie bereits vor mehreren Monaten Privatdetektive mit der Suche nach Madeleine beauftragt. Die Telefonnummer der spanischen Detektei: 0034-902 300 213.

DPA / DPA