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Weitgehend friedlich Proteste gegen die Innenministerkonferenz in Hamburg


Bei einer Demonstration gegen die in der kommenden Woche stattfindende Innenministerkonferenz ist es am Samstagabend in Hamburg vereinzelt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Doch die erwarteten großen Krawalle blieben aus.

Scheiben wurden eingeworfen, Reifen angezündet, aber die befürchteten großen Auseinandersetzungen von Polizei und gewalttätigen Demonstranten hat es nicht gegeben: Die Proteste gegen die bevorstehende Innenministerkonferenz in Hamburg sind am Samstag weitgehend friedlich verlaufen.

Vereinzelt seien Flaschen von Demonstranten geworfen worden, außerdem seien im Gebäude des Axel Springer Verlages, bei der Staatsanwaltschaft sowie am Büro eines Rechtsanwaltes Scheiben eingeworfen worden, sagte Polizeisprecher Mirko Streiber. Seine Bilanz gegen 22.00 Uhr: "Im Schanzenviertel ist es ruhig."

Im benachbarten Stadtteil Ottensen allerdings beschmierten 50 Vermummte nach Polizeiangaben einen Lieferwagen, zerstörten die Scheibe einer Sparkassenfiliale und bewarfen Beamte mit Böllern. In der Nähe des Fischmarktes zündeten Krawallmacher außerdem Altreifen auf der Straße an. Insgesamt seien bis Mitternacht etwa 20 Randalierer in Gewahrsam genommen worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Zuvor war ein von starken Polizeikräften begleiteter Protestzug von der Innenstadt in Richtung Schanzenviertel gezogen. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten auf knapp 2000, die Grundstimmung sei aggressiv gewesen, hieß es. Noch vor Erreichen des Ortes der Abschlusskundgebung lösten die Organisatoren die Demonstration aus Protest gegen polizeiliche Maßnahmen auf. Davor hatte die Polizei den Zug bereits aufgestoppt, weil die Demonstranten gegen Auflagen verstoßen hatten.

Die Polizei befürchtete Ausschreitungen und hatte sich mit starken Kräften auf mögliche Krawalle vorbereitet. Wasserwerfer und mehrere Hundertschaften auch aus anderen Bundesländern waren an Kreuzungen in Stellung gegangen. Schon am Nachmittag hatten in der Innenstadt rund 1000 Menschen weitgehend friedlich gegen staatliche Repression und die Ausländerpolitik in Deutschland protestiert.

Am Donnerstag und Freitag kommen die Innenminister von Bund und Ländern in Hamburg zu ihrer Herbstsitzung zusammen. Linke Gruppen haben deshalb zu Protesten in der Hansestadt aufgerufen.

APN/DPA DPA

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