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Wieder kein Gewinner: Jagd auf Italiens Rekord-Jackpot geht weiter

Neues Spiel, neues Glück: Weil auch bei der 85. Ziehung in Folge kein Spieler den italienischen Lotto-Jackpot geknackt hat, geht es am Samstag bereits um 147 Millionen Euro. Die Chance auf den Mega-Pot ist allerdings noch niedriger als in Deutschland.

Die Jagd auf Italiens Rekord-Jackpot will einfach kein Ende nehmen. Es geht jetzt bereits um knapp 147 Millionen Euro. Nachdem auch bei der 86. Ziehung in Folge keiner der Millionen Spieler die richtigen sechs Zahlen tippte, haben die Italiener und etliche Lotto-Pilger aus dem benachbarten Ausland schon diesen Samstag im Auge. Denn bei drei Ziehungen wöchentlich gibt es für sie wie für den "Superenalotto"-Pott mit der Riesensumme keine Verschnaufpause.

Dabei wissen alle, dass das Spiel mit der unvorstellbar winzigen Gewinnchance von 1 zu 623 Millionen so noch Wochen weitergehen kann. Denn man muss die richtigen sechs Zahlen auf einem Feld von 1 bis 90 ankreuzen. Zuletzt wurde der Jackpot am 31. Januar - also vor nahezu sieben Monaten - gesprengt.

"Unmoralische Gewinnsumme" füllt die Steuerkasse

Wenn es auch keinen richtigen Sechser gab, so gewannen bei der Ziehung am Donnerstag doch zumindest zwei Spieler auf Sardinien und in Umbrien in der nächsten Gewinnstufe (5+) je 1,44 Millionen Euro. Das macht vielen Spielern Mut, die meinen, jetzt müsse dann doch auch der Jackpot bald platzen. Wenn das der Fall ist, wird niemand wissen, wer der Glückspilz ist. Denn offiziell bekannt wird nur, wo und in welcher Annahmestelle - eine Bar oder ein Tabakladen - die richtigen sechs Kreuze gemacht worden sind. Und dort versammelt sich dann meist abends noch eine Menschentraube und palavert: Wer hat ihn geknackt?

In der kommenden Woche könnte allerdings das Oberste Verwaltungsgericht der ausufernden Jagd "wenn schon nicht für den derzeitigen Jackpot, dann für künftige" einen Riegel vorschieben. Das zumindest erhofft sich die Verbraucherschutzorganisation Codacons von Richter Gaetano Trotta. Der Verein will "diesen hemmungslosen Run auf den Jackpot bremsen" und ihn von einer bestimmten Summe an einfrieren lassen. Wegen der höchst unrealistischen Lotto-Gewinnchance sei die "psychologische und wirtschaftliche Gesundheit" von Glücksspielern gefährdet, die sich oftmals verschuldeten, so argumentieren die Verbraucherschützer. Und: "Bei dieser unmoralischen Gewinnsumme bereichert sich der italienische Staat auf Kosten seiner Bürger."

DPA / DPA
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?