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Wikileaks-Gründer: Assange will in Schweden bleiben

Er wird angefeindet und sieht sich selbst einer "Schmierenkampagne" ausgesetzt: Wikileaks-Gründer Julian Assange. Trotz der Vergewaltigungsvorwürfe gefällt es dem Australier in Schweden offenbar gut. Er hat einen Antrag auf dauerhaftes Bleiberecht gestellt.

Der aus Australien stammende Mitbegründer der Enthüllungs-Website Wikileaks Julian Assange hat eine Bleibe- und Arbeitserlaubnis in Schweden beantragt. Der Antrag sei bereits am 18. August eingereicht worden, sagte am Dienstag ein Sprecher der Einwanderungsbehörde in Stockholm. Da die Bearbeitung noch nicht abgeschlossen sei, könne er keine weiteren Angaben dazu machen. Eine Behördensprecherin sagte der schwedischen Nachrichtenagentur TT, das Verfahren ruhe derzeit, weil einige Informationen fehlten.

Zwei Tage nach Assanges Antrag war der 39-jährige Australier am 20. August kurzzeitig unter Vergewaltigungsverdacht geraten. Zwei Frauen hatten sich bei der schwedischen Polizei gemeldet und ihn der Vergewaltigung und Belästigung beschuldigt. Die Polizei leitete den Verdacht an die Staatsanwaltschaft weiter - die den Internet-Aktivisten zur Fahndung ausschrieb und den Fall öffentlich machte. Kurze Zeit später ließ die Staatsanwaltschaft den Vergewaltigungsverdacht wegen neuer Informationen fallen, ermittelte aber weiter wegen Belästigung.

Justiz nimmt sich Assange vor

Assange wurde am Dienstag etwa eine Stunde lang zu dem Vorwurf befragt. Sein Anwalt Leif Silbersky äußerte anschließend die Erwartung, "dass die Anklage die ganze Sache fallen lässt". Assange selbst hatte die Vorwürfe als "Schmierenkampagne" bezeichnet und gemutmaßt, dass die Vorwürfe als Rache für die Veröffentlichung geheimer US-Unterlagen zum Afghanistan-Einsatz auf Wikileaks lanciert worden sein könnten. Die Webseite versteht sich als Plattform für die anonyme Veröffentlichung brisanter Geheimdokumente im Internet, um auf diese Weise Skandale zu enthüllen und Missstände aufzudecken. Sie nutzt unter anderem Server in Schweden. Die schwedische Piratenpartei hatte am 17. August angekündigt, Wikileaks zudem mehrere Server zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung zu stellen.

AFP / AFP