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Wintersonnenwende Die Tage werden wieder länger – und das ist nicht der einzige Lichtblick

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Die Wintersonnenwende markiert den kürzesten Tag des Jahres. Doch danach wird es wieder heller – ein Hoffnungschimmer in einer schwierigen Zeit. Auch andere Zukunftsaussichten machen Mut.

Rund 16 Stunden Finsternis und nur rund acht Stunden Licht: Dunkler als zur Wintersonnenwende – in diesem Jahr am 21. Dezember – wird es in Deutschland nie. Danach werden die Tage Stück für Stück heller. Es geht es also wieder aufwärts, und zwar nicht nur am Himmel. Diese Aussichten machen Hoffnung für die Zukunft.

Hoffnung zur Wintersonnenwende: Weihnachten, Schnee und Urlaubsplanung

Fest des Lichts: Der erste Lichtblick kommt schon einige Tage nach der Wintersonnenwende. Weihnachten sei ein Fest des Lichts, das die Dunkelheit vertreibe, sagte Papst Benedikt XVI. einst in seiner Weihnachtsbotschaft. Das Weihnachtsfest hat auch einen kalendarischen Bezug zur Wintersonnenwende, denn nach der Reform zum Julianischen Kalender (46 v. Chr.) feierten die Römer die Wintersonnenwende am 25. Dezember. Geehrt wurde der Sonnengott Sol Invictus und damit der Sieg des Lichtes und des Lebens über die Finsternis und den Tod", wie Winrich Löhr, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Heidelberg, erklärt. Nach Einführung des Gregorianischen Kalenders 1582) finden die Sonnenwenden an den heute bekannten Daten im Sommer und Winter statt.

Glücksmomente: Der Mensch braucht Berührungen, Körperkontakt ist fast so wichtig wie die Luft zum Atmen. Doch in Corona-Zeiten ist selbst das nicht selbstverständlich. "Es ist wichtig, Berührungen so weit zu realisieren, wie es noch möglich ist", rät Barbara Lubisch von der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung. Allein die Aussicht auf das Ende der Kontaktbeschränkungen könne schon hilfreich sein, sagt Lubisch. Beim Umarmen schüttet der Körper Botenstoffe aus, die im Volksmund "Glückshormone" genannt werden. "Ohne Berührungen verkümmert der Mensch und kann krank werden", sagt Ute Repschläger vom Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten.

Freunde und Familie: Wir möchten mehr Leute sehen, als wir derzeit dürfen. Psychotherapeutin Lubisch rät zum Durchhalten nach dem Motto: Die Zeit geht vorbei. Nach der Durststrecke werde ich wieder Kontakte haben." Ein Hoffnungsschimmer ist auch die Wärme, die auf den Winter folgt. "Es wird im Sommer wieder besser werden", hofft Lubisch. Deshalb sollten größere Geburtstage, Familienfeiern oder Partys erst stattfinden, wenn auch Großveranstaltungen wieder erlaubt sind.

Weiße Pracht: Die Wintersonnenwende ist der Startschuss für den kalendarischen Winteranfang. Tag für Tag wird es nicht nur heller, sondern es steigt auch im deutschen Flachland die Wahrscheinlichkeit für Schnee. Laut Andreas Friedrich, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst, ist die Aussicht darauf Ende Januar und Anfang Februar besonders groß. Die weiße Pracht kann die Stimmung verändern: "Diese Helligkeit macht in der dunklen Jahreszeit viel aus. Der Schnee deckt das Düstere zu", erklärt Diplom-Psychologin Lubisch und spricht von einer "wohltuenden Ruhe", denn: "Schnee hat die Eigenschaft, die Umgebung leiser zu machen."

Traumreise: Das Fernweh ist groß, weil das Leben gerade überwiegend zu Hause stattfindet. Experten wie Tourismusforscher Horst Opaschowski wissen: "Ohne das Reisen drohen den Menschen Entzugserscheinungen." Helfen kann da die Urlaubsplanung. Heute schon mit dem Finger auf der Landkarte abfahren, was wir bald live erleben wollen. "Sich positive Ziele zu setzen, ist gut und richtig", sagt Lubisch. Im Kopf vorab die Wärme, den Strand oder das Lieblingshotel zu besuchen, kann dabei helfen, die dunkelste Zeit des Jahres zu überstehen. Übrigens: Psychologen raten generell dazu, mehrere kürzere Urlaube im Jahr einzuplanen. Das sei erholsamer als einmal länger wegzufahren.

Großer Sport: Große Sportereignisse sind oft an runde Jahre gekoppelt. So hätten die Fußball-Europameisterschaft und die 32. Olympischen Sommerspiele dieses Jahr stattfinden sollen. Dann kam die Pandemie dazwischen. Mit der über viele Länder Europas verteilten EM 11.6. bis 11.7.) und den Olympischen Spielen im japanischen Tokio 23.7. bis 8.8.) gibt es nun zwei Gründe mehr, sich auf den Sommer 2021 zu freuen.

Großes Kino: 2021 soll dann auch für die durch Corona schwer gebeutelten Kinos ein Lichtblick werden. Zu den Streifen, deren Premiere verschoben wurde, gehört das 25. Abenteuer von James Bond: Keine Zeit zu sterben" soll endlich im April 2021 anlaufen. Weitere Kino-Highlights: Zwei Mal Futter für Fans von Tom Cruise gibt es mit Top Gun: Maverick" (Juli) und "Mission Impossible 7" (November). Viele freuen sich auf die Neuauflage des Science-Fiction-Klassikers Dune" (September). Und Regisseur Steven Spielberg hat den Musical-Klassiker "West Side Story" neu verfilmt (Dezember).

epp / Marc Fleischmann DPA

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