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Winterwetter in Deutschland Tankstellen geht der Sprit aus


Für die schweren Tanklastzüge gibt es auf den schneeglatten Straßen oft kein Durchkommen mehr, ersten Tankstellen geht daher der Treibstoff aus. Auch heute gab es wieder zahlreiche Unfälle, auf der A 20 erwischte es gleich fünf Polizeifahrzeuge in kürzester Zeit.

Das harsche Winterwetter behindert zunehmend die Versorgung. So ging den ersten Tankstellen in Deutschland der Treibstoff aus. Weil Tanklastzüge auf den schneebedeckten Autobahnen und Bundesstraßen nicht mehr durchkommen, bleiben in einigen Regionen Lieferungen aus, wie der Mineralölwirtschaftsverband am Freitag mitteilte. In Nordrhein-Westfalen verhängten die Behörden zeitweise ein landesweites Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen.

Ungeräumte Straßen und Massenstaus machen den Speditionen schwer zu schaffen. Auf den Autobahnen waren am Donnerstagabend viele Lastwagen auf verschneiten Straßen steckengeblieben. Die Bahn hatte bei den frostigen Temperaturen wieder Probleme. Und es schneit weiter: Tief "Petra" deckt Deutschland laut Vorhersage auch am Wochenende mit Schnee ein.

Der Spritmangel betraf besonders Tankstellen in den Mittelgebirgen wie im Harz, Erzgebirge oder Thüringer Wald. Wegen der Glätte gab es in einem großen Tanklager in Thüringen Schwierigkeiten mit der Auslieferung. Auch im Süden Niedersachsens berichtete die Polizei davon, dass Tanklastwagen die Tankstellen nur schwer erreichen könnten. Bei Sichtweiten unter 50 Metern oder Glätte müssen Gefahrgut-Transporter den nächsten Parkplatz anfahren.

"Katastrophale Zustände"

Auf den glatten Straßen kam es erneut zu zahlreichen Unfällen. In Bayern kamen am Donnerstagabend drei Menschen ums Leben, bei Leipzig krachte ein Autofahrer in einen querstehenden Lastwagen und starb. In Hessen wurde eine Frau bei einem Auffahrunfall auf der A3 getötet. Auf vielen Autobahnen waren Laster wegen des Schnees liegengeblieben oder stellten sich quer. Streu- und Räumfahrzeuge kamen oft nicht mehr durch. Technisches Hilfswerk und Rettungsdienste versorgten die Menschen mit Decken und heißem Tee. Die Kölner Polizei sprach von "katastrophalen Zuständen" auf den Straßen.

Auch die Polizei war nicht vor Unfällen gefeit: Auf der Rückfahrt vom Castor-Einsatz verunglückten in Mecklenburg-Vorpommern fünf Mannschaftswagen innerhalb kurzer Zeit auf der eisglatten A 20. Einer der Fahrer sei leicht verletzt worden, sagte ein Sprecher. Bei Dersekow kam ein mit fünf Polizisten besetzter Transporter der Bundespolizei aus Niedersachsen ins Schleudern. Das Auto überschlug sich einmal und kam auf den Rädern wieder zum Stehen. Zwei andere Wagen rutschten bei Glätte gegen eine Leitplanke und in einen Graben. Auch zwischen Grimmen und Tribsees war Straßenglätte der Grund für zwei leichtere Unfälle von Mannschaftstransportwagen innerhalb einer Strecke von einem Kilometer.

240 von 1400 Flügen gestrichen

Auch viele Flugpläne gerieten durcheinander: Während am Donnerstag in Frankfurt/Main noch 240 von rund 1400 Flügen gestrichen wurden, fielen am Freitag nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport rund 260 Verbindungen aus - die Mehrzahl davon Maschinen, die Frankfurt wegen Problemen an anderen Airports nicht anfliegen konnten. Am Düsseldorfer Flughafen wurden am Freitag 20 Flüge gestrichen. Am Donnerstagabend hatte der Flughafen wegen der Schneefälle für zwei Stunden gesperrt werden müssen. In München wurden etwa 100 Flüge annulliert, zahlreiche Flüge waren verspätet.

In den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern fiel am Freitag der Unterricht aus. In einigen Landkreisen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein konnten die Kinder ebenso zu Hause bleiben wie tausende Schüler in Ostthüringen. Auch Schulen in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen blieben geschlossen. Über Schnee und Eis freuten sich auch Wintersportler im Thüringer Wald und im Harz. In Masserberg im Thüringer Wald wurden am Freitag 105 Zentimeter Pulverschnee gemessen.

Auch in anderen Teilen Europas behinderten Schnee und Eis den Verkehr - so im Norden Frankreichs. Ein Rekord von minus zehn Grad wurde für Sardinien in einer Bergregion der Mittelmeerinsel gemessen. Im Osten Bulgarien verursachten Schneestürme am Freitag ein Verkehrschaos. Flüge wurden gestrichen, Autos blieben stecken.

be/DPA DPA

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