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Winterwetter: Weihnachten wird weiß, Verkehr bleibt zäh

Wer zu Hause feiert, darf sich freuen, Reisende müssen sich weiter gedulden: Meteorologen sagen neuen Schnee zu Weihnachten voraus. Auf Europas Flughäfen hat sich die Lage langsam normalisiert, aber auf den Straßen droht Blitzeis.

Kurz vor Heiligabend können Hunderttausende Reisende nach tagelangem Wetterchaos auf ein Weihnachtsfest im Kreis der Familie hoffen: Nach den erheblichen Verkehrsbehinderungen der vergangenen Tage hat sich die Situation am Mittwoch bundesweit etwas beruhigt. Die Zahl der Unfälle war deutlich geringer als noch zu Beginn der Woche, und auf Deutschlands wichtigstem Flughafen in Frankfurt entspannte sich die Lage. Die Bahn startete mit etlichen Sonderzügen in den Weihnachtsverkehr. Nach wie vor gibt es aber Verspätungen und auch einige Zugausfälle.

Auf den Straßen bleibt es vielerorts gefährlich: Es droht Blitzeis, da eine Regenfront heranzieht. Am Donnerstag startet die erste große Reisewelle zu Weihnachten, wie der ADAC warnte. In neun Bundesländern beginnen die Weihnachtsferien. In einigen Städten und Gemeinden ist Streusalz knapp.

Dichte Wolken und viele Flocken zu Weihnachten

Heiligabend soll es zeitweise aus dichten Wolken schneien - im Mittelgebirge und am Alpenrand stellenweise sehr ergiebig. Nach Nordwesten hin fallen nur wenige Flocken. Eine "Weiße Weihnacht" ist in ganz Deutschland gesichert, sagte DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold.

Im Straßenverkehr gab es am Mittwoch größere Probleme stellenweise in Nordbayern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Bei einer Massenkarambolage auf der A4 nahe Apolda in Thüringen wurden mehrere Personen verletzt.

Leises Durchatmen auf den Flughäfen

Auf dem Frankfurter Flughafen waren bis zum Nachmittag noch 75 von 1300 geplanten Flügen annulliert worden. Die Start- und Landebahnen waren komplett vom Schnee freigeräumt. "Es ist schon fast wieder Normalbetrieb", sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Es gab aber noch Verzögerungen und Verspätungen. Die 3500 gestrandeten Passagiere sollten zusätzlich zum normalen Fluggastaufkommen in den Maschinen untergebracht werden. 600 Menschen hatten die Nacht am Flughafen auf Feldbetten verbracht. Der Großteil der Wartenden war in Hotels untergekommen.

Auch am Düsseldorfer Airport entspannte sich die Lage. Nur vereinzelt kam es noch zu Ausfällen oder Verspätungen, etwa im Flugverkehr von und nach London-Heathrow. Am Hamburger Airport startete der Flugverkehr ohne Probleme. Nur noch 20 Ausfälle wurden am Flughafen München am Mittwoch registriert. In Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld fielen bis zum Nachmittag rund 30 Flüge aus. Am Flughafen in London gab es laut Eurocontrol noch Verspätungen, die Situation entspanne sich aber.

Bahn setzt auf Sonderzüge

Mit etlichen Sonderzügen startete die Bahn in den weihnachtlichen Reiseverkehr. Wegen der großen Nachfrage wurden die Hauptrouten mit Intercitys verstärkt und dafür Nebenstrecken ausgedünnt. "Wir hatten einen guten Anlauf, der Verkehr läuft relativ stabil", sagte ein Bahnsprecher in Berlin zu den teils geänderten Fahrplänen.

Der Tag mit den meisten Fahrgästen dürfte dieser Donnerstag sein. Wer am Freitag, Heiligabend, zu seiner Familie fährt, sollte dies möglichst spät tun. "Zum Abend hin werden die Züge immer leerer", sagte der Bahnsprecher. Nach Weihnachten verteilten sich die Rückreisen auf mehrere Tage. Vor dem Jahreswechsel, am 30. Dezember und am Silvestertag, seien dann wieder sehr viele Menschen auf dem Weg zu Verwandten und Freunden unterwegs.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) räumte jahrelange Versäumnisse bei der Bahn ein. "Wir haben mit erheblichen technischen Problemen zu kämpfen, die aus der Vergangenheit herrühren", sagte der CSU-Politiker am Mittwoch in der ARD.

fw/DPA/DAPD / DPA