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Schutz für Schafe: An der Nordseeküste: Klaus und Claus im Einsatz gegen Wölfe

An der Küste sind Schafe bei der Deichpflege unverzichtbar. Doch auch dort sind längst die Wölfe angekommen, Schutzmaßnahmen wie Zäune und Hunde sind aber tabu. Zwei Hausesel sollen Rettung bringen – Klaus und Claus.

Die Esel grasen auf dem Deich

Die Esel Claus (l.) und Klaus (r.) leben in Cuxhaven auf einer Wiese am Deich zwischen einer Schafherde. Die Tiere werden als Herdenschutz gegen Wölfe eingesetzt.

Mit einer seiner Herden von mehr als 250 Mutterschafen steht Kay Krogmann auf dem Deich bei Cuxhaven, da wo die Elbe in die Nordsee mündet. Zwei Esel sind dabei, sie heißen Klaus und Claus. Die Schafe sind für den Erhalt der Deiche unerlässlich, sie verdichten den Boden und halten die Grasnarbe kurz. Die beiden Esel sollen sie vor den Wölfen schützen, die längst auch an der Küste angekommen sind. Claus und Klaus sind Teil eines Projektes zum Herdenschutz des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

"Esel schreien, wenn der Wolf kommt – das ist eine biologische Alarmanlage", erklärt Frank Faß, Leiter des Wolfcenters Dörverden. "Im Zweifelsfall können sie die Wölfe sogar angreifen und nach ihnen treten oder sie beißen." Faß hat ein Buch über Herdenschutz geschrieben, im September soll es erscheinen. Seine Mitarbeiterin Gesa Richter hat das Kapitel über Esel verfasst. "Es gibt im Ausland erfolgreiche Projekte mit Eseln, aber auch gescheiterte – das scheint auch vom Charakter des einzelnen Esels abzuhängen", sagt sie. Faß betont: "Wir müssen alle Schutzmaßnahmen der Wolfsabwehr versuchen."

50 Schafe in fünf Jahren verloren

Schafsbesitzer Krogmann berichtet, dass erst Anfang August ein Wolf in einer seiner Herden zugeschlagen habe. Ein genetischer Nachweis liege noch nicht vor, doch die Fußabdrücke und die Spuren an den vier getöteten Schafen würden eine eindeutige Sprache sprechen. "Nur 15 Kilometer von hier werden immer wieder Wölfe gesichtet, möglicherweise hat sich ein neues Rudel gebildet", sagt Krogmann. Er verlor seit 2012 schon rund 50 Schafe durch die Wölfe. "Langfristig werden da, wo Wölfe sind, keine Schäfer mehr sein." Die beiden Esel hat Krogmann seit Oktober vergangenen Jahres. Auf den Deichen können keine Zäune aufgestellt werden und Herdenschutzhunde sind tabu, die Gefahr für Urlauber ist zu groß – deshalb die Esel.


"Den Winter haben die beiden gut überstanden", berichtet Krogmann. Die Esel seien in die Herde integriert worden. "Sie sind aufmerksam, auch was fremde Hunde betrifft", sagt er anerkennend. "Touristen und Radfahrer beachten sie gar nicht, da sind sie völlig entspannt." Das Projekt läuft noch bis Juni kommenden Jahres. "Danach können die Esel gern in der Herde bleiben, die Touristen sind begeistert", sagt der Mann mit dem klaren Blick. "Ich schätze die Schutzfunktion als gering ein, aber einen einzelnen Wolf halten sie vielleicht ab."

Klaus und Claus als Pilotstudie

"Esel werden derzeit in Deutschland noch nicht als Herdenschutztiere gefördert, da zu wenig Erfahrungen mit diesen Tieren vorliegen", erläutert Bettina Dörr vom NLWKN-Wolfsbüro in Hannover. Das soll die Pilotstudie mit Klaus und Claus ändern. Umfangreiches Videomaterial wurde gesammelt. "Es ist geplant, anhand des vorliegenden Materials unter anderem die Reaktion der Esel auf Hundeartige zu untersuchen."

Wegen unterschiedlicher landschaftlicher Gegebenheiten müssten in Niedersachsen zusätzliche Möglichkeiten beim Herdenschutz entwickelt werden, insbesondere im Bereich der Deiche. "Jetzt müssen ganz schnell für die Deiche praktikable Lösungen her", fordert auch Krogmann. "Sonst heißt es: die Wölfe oder der Deichschutz."

Die Esel stehen auf dem Deich und schauen in die Kamera

Klaus und Claus sind Teil eines Pilotprojekts. Kay Krogmann hätte nichts dagegen, wenn die beiden anschließend bei ihm und seiner Herde blieben.


Der Verein Noteselhilfe, ein Tierschutzverein, berät bei der artgerechten Haltung von Eseln. "Wir halten prinzipiell nichts von Herdenschutzeseln", sagt Uta Over, die Wolfsbeauftragte des Vereins. "Das geht auf Kosten der Tiere, da sind Elektrozäune und Vergrämungsmaßnahmen die teurere, aber bessere Wahl", meint sie. "Esel vertragen keinen Regen, ihre Haut ist dafür nicht geeignet." Zudem verursache der weiche Boden eine Entzündung an den Hufen, die mit wahnsinnigen Schmerzen verbunden sei. Und: "Wenn die Schafherde von mehreren Wölfen angegriffen wird, haben die Esel keine Chance." Die Interessengemeinschaft für Esel- und Mulifreunde sieht das ganz ähnlich. "Esel sind Exoten, die Tiere gehören in den Süden", sagt die Vorsitzende Barbara Bank.

Eine Chance

"Meine Esel stehen unter ständiger Beobachtung eines Tierarztes", betont dagegen Krogmann. "Weder sind die beiden zu fett noch haben sie Hufrehe. Das Klima gefällt den beiden – 90 Prozent der Zeit stehen sie am Außendeich an der Nordsee." Faß und Richter halten das Projekt mit Claus und Klaus für ausgesprochen sinnvoll: "Es gibt kein Allheilmittel mit hundertprozentiger Sicherheit", sind sich beide einig. "Zäune und Herdenschutzhunde haben sich gut bewährt, doch auch sie können im Einzelfall versagen. Das gilt auch für Esel – sie haben ihre Chance verdient."

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Peer Körner, DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.