VG-Wort Pixel

Würdenträger ja, wahlberechtigt nein Brandmüller einer von 24 neuen Kardinälen


Papst Benedikt XVI. hat am Samstag 24 neue Kardinäle ernannt, darunter auch die deutschen Reinhard Marx und Walter Brandmüller. Die Männer wurden bei einer feierlichen Zeremonie im Petersdom in den Kirchenrat aufgenommen

Papst Benedikt XVI. hat am Samstag 24 neue Kardinäle ernannt, darunter auch den Münchner Erzbischof Reinhard Marx und den bayerischen Kirchenhistoriker Walter Brandmüller. Das Oberhaupt der katholischen Kirche rief die 24 neuen Würdenträger aus insgesamt 13 Ländern bei der Zeremonie im Petersdom auf, sich in den Dienst der Gläubigen zu stellen. Die Deutsche Bischofskonferenz würdigte Marx als "Mann der klaren Worte".

"Nicht die Dominanz, sondern der Dienst" für die Gläubigen und die Kirche sei das Kriterium für die Vorrangstellung, sagte Benedikt XVI.. "Das gilt für die gesamte Kirche, aber vor allem für diejenigen, denen die Aufgabe zukommt, das Volk Gottes zu führen." Die Verlesung der 24 Namen im Petersdom wurde immer wieder von anhaltendem Applaus unterbrochen. Das Kardinalskollegium besteht damit nun aus 203 Mitgliedern.

Neben den beiden Deutschen erhob der Papst auch zehn Geistliche aus Italien und zwei aus den USA in den Kardinalsstand. Auch Würdenträger aus Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo, Ecuador, Ägypten und Sambia sind darunter. Die zahlreichen Nationalitäten der 24 neuen Kardinäle "spiegeln die Universalität der Kirche wider", sagte der Papst in Rom. Eine der Hauptaufgaben der Kardinäle ist die Papstwahl, allerdings sind von den neuen 24 Würdenträgern vier nicht wahlberechtigt, weil sie über 80 Jahre alt sind. Darunter ist auch der aus Bayern stammende 81-jährige Kirchenhistoriker Brandmüller, der jahrelang Chefhistoriker des Vatikan war.

Der 57-jährige Marx ist nun das jüngste Mitglied des Kardinalskollegiums. Dem Erzbischof von München und Freising wird Tatkraft und Ehrgeiz nachgesagt, bislang widmete er sich vor allem sozialen Fragen. Vor knapp drei Jahren machte der Papst den im September 1953 in Geseke geborenen Geistlichen zum ersten Westfalen an der Spitze des bayerischen Vorzeigebistums.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, übermittelte den beiden neuen deutschen Kardinälen seine "Glück- und Segenswünsche". Marx sei ein "Mann der klaren Worte - auch dann, wenn die Zeiten schwierig sind", sagte Zollitsch nach dem Konsistorium in der Aula des deutschen Kollegs im Vatikan. "Dem Sozialen verleiht er nicht nur eine Stimme, er ist die Stimme des Sozialen", fügte er hinzu. Brandmüller würdigte Zollitsch als Persönlichkeit der Wissenschaft. Seine Berufung zum Kardinal sei ein "wichtiger Moment für die Wissenschaft der Kirchengeschichte", sagte Zollitsch.

An dem Empfang nahmen auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, sowie die Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, teil.

Deutschland hat nun insgesamt acht Kardinäle, von denen Karl Lehmann, Walter Kasper, Paul Josef Cordes, Georg Sterzinsky, Joachim Meisner und Marx im Fall einer Papstwahl derzeit wahlberechtigt wären. Aus Altersgründen nicht wahlberechtigt ist neben Brandmüller auch Friedrich Wetter.

AFP/Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker