ZdK-Präsident Glück zum Prügel-Skandal um Bischof Mixa Rücktrittsforderungen seien "gegenwärtig grundfalsch"


Der oberste Laienvertreter der deutschen Katholiken, Alois Glück, hält Rücktrittsforderungen gegen den Augsburger Bischof Mixa für verfrüht. Erst müsse bedingungslose Klarheit geschaffen werden über den tatsächlichen Sachverhalt.

Der oberste Laienvertreter der deutschen Katholiken, Alois Glück, hat Rücktrittsforderungen gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa als "gegenwärtig grundfalsch" zurückgewiesen. "Jetzt muss bedingungslose Klarheit geschaffen werden über den tatsächlichen Sachverhalt. Dann kann man sich ein Urteil bilden", forderte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken am Freitag bei der ZdK-Vollversammlung in München. "Ich denke, dass er nicht gut beraten war", sagte Glück. Aber Rücktrittsforderungen zum jetzigen Zeitpunkt wären kontraproduktiv und könnten zu falschen Legenden beitragen.

Der Vorsitzende des Augsburger Diözesanrates, Helmut Mangold, sagte zu Mixas Eingeständis: "Erinnerungslücken sind kein ausreichender Grund für einen Rücktritt. Aber das ist jetzt ein Problem, das er mit sich herumträgt." Der Bischof müsse selbst "entscheiden, welche Konsequenzen er aus solchen Vorfällen ziehen will, wie er künftig mit der Öffentlichkeit umgeht". Ärgerlich sei Mixas Umgang mit dem Geld der Waisenhausstiftung in Schrobenhausen. Aber "ich halte es nicht für notwendig, dass er freiwillig Amtsverzicht leistet", sagte Mangold. Er sei ein guter Seelsorger und komme bei der Bevölkerung hervorragend an.

Die Augsburger Diözesanrätin Elisabeth Mantlik warf Mixa Heuchelei vor. Er hätte sich zu den Prügel-Vorwürfen von Heimkindern gleich offen und ehrlich äußern sollen, auch wenn es peinlich und schmerzlich gewesen wäre, sagte sie der Nachrichtenagentur DAPD. "Diese Heuchelei ist unerträglich und auch ein Stück Feigheit", sagte sie am Rande der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) in München.

Der SPD-Politiker Franz Maget und die bayerischen Grünen forderten unterdessen Mixa auf, sein Amt niederzulegen.

APN APN

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