Zehntausende bei Osterbräuchen Osterreiter ziehen durch das Sorbenland


Rund 30 000 Menschen haben die Osterbräuche in der sorbischen Lausitz an Wochenende verfolgt. Gäste aus dem In- und Ausland säumten am Sonntag die Straßen, auf denen beim traditionellen Osterreiten insgesamt mehr als 1700 Männer in Frack und Zylinder zwischen den Dörfern die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi verkündeten.

Rund 30 000 Menschen haben die Osterbräuche in der sorbischen Lausitz an Wochenende verfolgt. Gäste aus dem In- und Ausland säumten am Sonntag die Straßen, auf denen beim traditionellen Osterreiten insgesamt mehr als 1700 Männer in Frack und Zylinder zwischen den Dörfern die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi verkündeten. Bis auf kurzzeitige Verkehrsbehinderungen gab es keine Störungen, berichtete die Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien am Montag.

Großes Gedränge herrschte am Sonntag im Stadtzentrum von Bautzen, wo mehr als 10 000 Menschen dem traditionellen Eierschieben zusahen. "So viele Leute sind noch nie gekommen", sagte die Chefin des Tourismusvereins Bautzen, Maria Löcken-Hierl.

Die Osterprozessionszüge waren am Vormittag auf prächtig geschmückten Rossen in Bautzen, Crostwitz, Nebelschütz, Ostro, Panschwitz-Kuckau, Radibor, Ralbitz, Wittichenau und Storcha aufgebrochen. In sorbischer Sprache singend und betend verkündeten sie die Osterbotschaft. Insgesamt gab es neun Prozessionen durch 30 Orte im Gebiet der katholischen Sorben. Im Wittichenauer Zug wurde auch in Deutsch gebetet und gesungen, beim Saatreiten in Ostritz an der deutsch- polnischen Grenze erhielt die Saat ihren Segen. Das Osterreiten in der Lausitz gibt es seit mehr als 500 Jahren.

Weitere Bräuche in der Region Bautzen sind das Osterblasen von Posaunenchören, Osterwasserholen, Osterschießen und Eierschieben, das zum zehnten Mal stattfand. Das Fest geht auf den alten sorbischen Brauch des "Eierrollens" von 1550 zurück, bei dem einst gut betuchte Bürger hartgekochte Eier, Obst, Nüsse und andere Leckereien den Hang am Protschenberg zur Spree hinabrollen ließen. Kinder aus ärmeren Verhältnissen sammelten die Köstlichkeiten ein.

Die Sorben gehören zu den nationalen Minderheiten in Deutschland. Von den etwa 60 000 Angehörigen leben zwei Drittel im Osten Sachsens, die übrigen im Südosten Brandenburgs.

DPA DPA

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